Wintertagung 2020 startet mit Agrarpolitiktag am 21. Jänner

Von Almen zu Palmen. Die Agrarpolitik im (Klima-)Wandel – Herausforderungen und Lösungen

Erwartet Besucheransturm auf die Wintertagung: Hans Mayrhofer

Die Wintertagung 2020 startet traditionsgemäß mit dem agrarpolitischen Auftakt in Wien. Am 21. Jänner werden wieder Pflöcke für eine zukunftsweisende Agrarpolitik eingeschlagen. Die Ergebnisse der Diskussionen des Eröffnungstages werden weiter in die jeweiligen Fachkonferenzen getragen und zwei Wochen lang intensiv an Zukunftsszenarien und Lösungen für die Land- und Forstwirtschaft gearbeitet. Ein Wohlfühlprogramm wird uns auch in diesem Jahr nicht erwarten. Inhaltlich ist die Wintertagung wieder hochaktuell und greift ein wortwörtlich heißes Eisen an: den Klimawandel und seine Folgen. Welche Konsequenzen das mit sich zieht und wie auch morgen noch Landwirtschaft betrieben werden kann, wird in den verschiedenen Fachtagen diskutiert. Das detaillierte Programm der einzelnen Fachtage sowie die Infos zur Anmeldung finden Sie unter http://www.ökosozial.at/

Interview mit Hans Mayrhofer: “Erwarte Rekordbesuch”

Hans Mayrhofer, Generalsekretär des Ökosozialen Forums, sprach mit der BauernZeitung über die heurige Wintertagung von Wien bis Innsbruck.

Interview: Bernhard Weber

BauernZeitung: Der Klimawandel beherrscht zunehmend die landwirtschaftlichen Diskussionen. Setzt man mit dem heurigen Motto der Wintertagung „Von Almen zu Palmen“ aber nicht unnötig auf Dramatik?
Mayrhofer: Veranstaltungstitel sollen, gerne auch provokant, aufmerksam machen und wachrütteln. Ihre Frage bestätigt: Es ist uns gelungen. Der Klimawandel bewegt die Landwirtschaft und stellt uns vor große Herausforderungen. Kein anderer Bereich ist so abhängig vom Wetter. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft, wie sie in Österreich betrieben wird, Teil der Lösung. Unsere resilienten, nachhaltig wirtschaftenden Familienbetriebe können Vorzeigemodelle für eine ökosoziale Agrarpolitik in ganz Europa sein. Das und viel mehr wollen wir bei der Wintertagung 2020 diskutieren und aufzeigen. Und gleichzeitig auch fordern, was es dafür in Zukunft braucht: Ein neues Miteinander mit den Konsumenten, Fairness vom Handel und ein europäisches Agrarprogramm, welches die Mehrleistungen unserer Bauern honoriert.

In Österreich ist erstmals eine grüne Ministerin für Umwelt und Klimaschutz verantwortlich. Hat die neue Regierungskonstellation inhaltliche Auswirkungen auf die Tagung?
Das aktuelle Regierungsprogramm trägt ökosoziale Handschrift. Die Ökosoziale Marktwirtschaft kann nun, 30 Jahren nach ihrer Postulierung, Leitplanken für die türkis-grüne Regierung darstellen. Schon 1989 zukunftsweisend, ist dieses Konzept für Marktwirtschaft und Umwelt heute aktueller denn je.

Werner Kogler war spontan Gast bei „30 Jahre Ökosoziales Forum“. Glauben Sie, dass Leonore Gewessler ad hoc auf der Wintertagung erscheint?
Ich denke nicht. Die neue Ministerin ist zu diesem Zeitpunkt mit dem Aufbau ihres Ressorts beschäftigt. Aber weil die ökosoziale Agrarpolitik in aller Munde ist, wird das Publikum wieder gewohnt bunt und hochkarätig sein. Wir rechnen mit einem Rekordbesuch.

Auf welche Thementage und Referenten sind Sie heuer selber besonders gespannt?
Wir freuen uns auf den neuen EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski am Eröffnungstag. Er ist neben Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Norbert Lins, dem Vorsitzenden des Agrarausschusses im EU-Parlament, und unserem Präsidenten Stephan Pernkopf, ein weiterer hochkarätiger Referent bei der Wintertagung 2020. Und der Fachtag für Grünland
und Viehwirtschaft findet heuer erstmals im Congress
Schladming statt und bietet speziell für junge Landwirte ein spannendes Rahmenprogramm.

Seit Jahren ein Problem: Bei der Fülle an Fachreferaten bleibt oft nur wenig Zeit für Debatten…
Aus diesem Grund haben wir die Wintertagung 2020 neu gedacht und bieten besonders viel Zeit für inhaltliche Diskussionen und den Austausch. Die Wintertagung ist nicht nur thematischer Kompass für das kommende Agrarjahr, sondern auch zentrale Plattform für die Vernetzung innerhalb der Agrarbranche.

Was ist eigentlich die größte Herausforderung bei der Organisation einer solchen Mega-Tagung?
Vielfalt. Und die unterschiedlichsten Interessenslagen und Ansprüche an die Land- und Forstwirtschaft. Die Themen und Programme werden Monate im Voraus heiß diskutiert und argumentiert. Was andererseits aber die Qualität sichert und Neugierde weckt. Dank der langjährigen guten Zusammenarbeit mit all unseren Partnern und meinem großartigen Team schaffen wir es, die Wintertagung in dieser Güte auf die Beine zu stellen.

- Bildquellen -

  • Wintertagung 2020: Fotos: APA-Fotoservice/Schedl, ÖSFO/Jaidl
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