Die vier wesentliche Punkte der Farm to Fork-Strategie sind: Die Sicherung der Lebensmittelversorgung, die Verbesserung der Wirkung der Lebensmittelsysteme auf Umwelt, Klima, Biodiversität, Boden, Wasser und Luft. Außerdem soll die Stellung der Landwirte in der Lebensmittelkette gestärkt und mehr Lebensmitteltransparenz durch eine Herkunftskennzeichnung hergestellt werden.

Für Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger unterstreiche die präsentierte Strategie „einmal mehr die Vorreiterrolle der österreichischen Agrarpolitik in ganz Europa“, schließlich würde Österreich die wesentlichen Punkte der Strategie bereits jetzt in der Praxis umsetzen.

Als Beispiele nennt die Ressortchefin, dass 80 % der landwirtschaftlichen Betriebe am Agrarumweltprogramm (ÖPUL) teilnehmen, der Bioanteil in Österreich mit 25 % an den Gesamtflächen besonders hoch ist und das AMA-Gütesiegel im Lebensmittelverkauf für Transparenz sorgt. Um die Landwirte in der Lebensmittelproduktionskette zu stärken, wurde auf österreichische Initiative hin die EU-Richtlinie gegen unfaire Geschäftspraktiken erarbeitet.

In der Farm to Fork-Strategie sind auch Ziele bzw. Vorgaben für die Landwirte festgeschrieben. So soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 50 %, von Düngemitteln um 20 % und von Antibiotika (zur Vermeidung der antimikrobiellen Resistenzen) um 50% reduziert werden. Der Bioflächenanteil soll auf mindestens 25 % erhöht werden. Diese Ziele gilt es laut EU-Kommission bis 2030 zu erreichen.

Wie genau der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sinken soll, erklärte die EU-Kommission noch nicht. Zuerst müssten Datenlücken geschlossen und Statistiken von den einzelnen Mitgliedstaaten angefordert werden. Jedenfalls soll Alternativen zur Schädlingsbekämpfung erforscht werden. Auch für die Düngereduktion gab es noch keine klaren Angaben seitens der Kommission. Wirtschaftsdünger ist von den Reduktionsplänen jedenfalls auch umfasst.

Die Kommission will außerdem eine EU-Beobachtungsstelle für Ernährungssicherung einrichten, ebenso wie ein Notfallplan zu Sicherung der Ernährung und der Lebensmittelsicherheit in Krisenzeiten. Die EU-Kommission schlägt auch die Herkunftskennzeichnung bei Milch und von Milch und Fleisch in Verarbeitungserzeugnissen vor.

Die Strategie hätte wegen der Corona-Pandemie verschoben werden sollen. Laut EU-Kommission zeige aber gerade die Corona-Krise, wie wichtig Planungssicherheit für die Landwirte sei, weshalb man sich für die Präsentation der Strategie entschieden habe. Zuvor hatte es von einigen EU-Abgeordneten und Bauernverbänden Kritik an der Strategie und dem Zeitpunkt der Präsentation gegeben, da die Landwirte aktuell mit anderen Dingen zu kämpfen hätten und sich nicht mit neuen Auflagen beschäftigen könnten.

Eva Zitz

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