Gemeinde Oberhofen im Inntal gewinnt Denkmalschutzmedaille 2023

Das über 400 Jahre alte Gasthaus Rimml wurde von der Gemeinde saniert und beherbergt nun das Gemeindeamt.

Im Rahmen der Sanierung konnte die historische Substanz größtenteils erhalten werden.
Es ist ein Vorzeigebeispiel für die Nutzung von Leerstand und die Belebung eines Dorfzentrums: Das über 400 Jahre alte und denkmalgeschützte Gasthaus Rimml in der Gemeinde Oberhofen im Inntal, welches seit dem Jahr 1976 leer steht, wurde von der Gemeinde saniert und der neuerlichen Nutzung zugeführt. Mittlerweile beherbergt das Gebäude das Gemeindeamt. Für dieses Projekt bekam die Gemeinde die Denkmalschutzmedaille 2023 verliehen. Damit aber nicht genug: Durch die Übersiedlung der Gemeindeverwaltung können zudem die freigewordenen Räumlichkeiten genutzt werden, um den Kindergarten und die Kindergrippe zu erweitern und genügend Betreuungsplätze für die Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

Unterstützung erhielt die Gemeinde von der Geschäftsstelle für Dorferneuerung des Landes Tirol. Gemeinsam wurde ein Dorfgestaltungsprozess, welcher unter anderem auch eine enge Einbindung der Bevölkerung vorsah, durchgeführt. Seitens des Landes wurden zudem insgesamt 326.000 Euro an Förderungen zur Verfügung gestellt.

„Die Dorfzentren sind die Lebensadern unserer Gemeinden. Statt sie dem Verfall zu überlassen, gilt es Leerstand mit neuem Leben zu erfüllen. Damit verringern wir nicht nur die Bodenversiegelung, sondern schaffen zudem lebendige Gemeinden, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen können“, erklärt LH Anton Mattle und führt weiter aus: „Das Projekt am Rimml-Areal in Oberhofen im Inntal ist ein Paradebeispiel für einen solchen Prozess und eine Win-Win-Situation par excellence. So konnten nicht nur historische Gemäuer und damit ein Teil unseres baukulturellen Erbes gerettet und einem neuen Zweck zugeführt werden, sondern zugleich Platz für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Die Auszeichnung mit der Denkmalschutzmedaille 2023 ist mehr als verdient. Ich gratuliere herzlich.“

Gestaltung durch Bürgerbeteiligung

Gestartet wurde der Prozess im Jahr 2016, als die Gemeinde Oberhofen im Inntal feststellte, dass sowohl der örtliche Kindergarten als auch die Kindergrippe an ihr Kapazitätslimit stießen, wie Bürgermeister Jürgen Schreier berichtet: „Dies nahmen wir zum Anlass, um gemeinsam mit der Geschäftsstelle für Dorferneuerung ein Gesamtkonzept für die Entwicklung des Dorfzentrums zu starten.“ In den konkreten Gestaltungsprozess wurde auch die Bevölkerung miteinbezogen. „Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern haben wir uns angesehen, vor welchen Schwierigkeiten wir in der Gemeinde stehen und welche Möglichkeiten sich zugleich bieten. Zusammen haben wir das Rimml-Areal analysiert und definiert, wie wir dieses entwickeln wollen“, so Schreier. Auf Basis dessen wurde – wiederum begleitet von der Geschäftsstelle für Dorferneuerung – ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, mit welchem ein konkretes Gestaltungsprojekt für das Vorhaben gefunden wurde und in den nächsten zwei Jahren umgesetzt wird.

Rimml-Areal als lebendiges Zentrum Oberhofens

Noch vor wenigen Jahren dem Verfall überlassen, erstrahlt das Rimml-Areal heute im neuen Glanze: Im Zuge der Sanierung und Restaurierung konnte die historische Substanz größtenteils erhalten werden. Dies reicht von den historischen Schablonenmalereien in den Amtsgebäuden über die Steinrestaurierung und Gewölbeinstandsetzung im Keller bis zur Wiederherstellung der Holzveranda und der überdachten Kegelbahn. Gleichzeitig wurde das ehemalige Wirtschaftsgebäude zu einem Kulturstadel um- bzw. ausgebaut. So ist genügend Platz, um verschiedenste Veranstaltungen – etwa Theateraufführungen – zu beheimaten. „Das Rimml-Areal ist das neue lebendige Zentrum unserer Gemeinde. Im Projekt besonders wertvoll war der ‚Blick von außen, „welchen wir durch das Heranziehen der Expertinnen und Experten der Geschäftsstelle für Dorferneuerung des Landes erhalten haben“, resümiert Bürgermeister Schreier.

„Mit der Tiroler Dorferneuerung unterstützen wir Gemeinden sowohl finanziell als auch fachlich bei der nachhaltigen Entwicklung. In einem gemeinsamen Prozess werden Dorfzentren attraktiv gestaltet und mit Leben gefüllt, leerstehende Gebäude renoviert und damit wieder für sinnvolle Nutzung zur Verfügung gestellt sowie historische Gemäuer erhalten und so das baukulturelle Erbe Tirols geschützt. Allein im Jahr 2023 wurden 78 Projekte umgesetzt und damit die Lebensqualität in den Tiroler Gemeinden weiter gesteigert. Ich lade alle Tiroler Gemeinden dazu ein, dieses Angebot zu nutzen“, so LH Mattle abschließend.

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  • Nicola Hafele DSCF9995: Die Fotografen
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AUTORRed. JS
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