EU: Schlachthöfe sollen mehr Verantwortung tragen

Die EU will bessere Bedingungen für Schlachthof-Personal.

Die Corona-Infektionen in oberösterreichischen Schlachthöfen sorgten auch hierzulande für Diskussionen. Von Betriebsschließungen wurde abgesehen. Die Schlachthofmitarbeiter werden nun laufend getestet. Zur Frage von Konsumentenschützern, ob auch Fleisch- und Wurstwaren kontaminiert sein könnten, stellte Franz Allerberger von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) fest: „Das kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen.“ Bis dato gebe es weltweit keinen einzigen lebensmittelbedingten Fall, so der Experte.
Zuvor war es in Deutschland zu massiven Corona-Ansteckungen in Schlachthöfen gekommen. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger betont jedoch, dass die Situationen nicht vergleichbar seien. Ein durchschnittlicher Betrieb hat in Österreich 400 Mitarbeiter, in Deutschland sind es bis zu 8.000. Diese kleinen Betriebsstrukturen sind nun ein Vorteil in der Eindämmung des Virus. In Österreich seien im Gegensatz zur Deutschland die Arbeiter unter deutlich höheren sozialrechtlichen Bedingungen eingestellt, so Köstinger.
In Kritik gerieten nämlich vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen. Diese sind einem System aus Werksverträgen und Subunternehmen geschuldet. So können Unternehmer die Verantwortung von sich weisen und an die Subunternehmer übertragen. EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit will gegen diese fragwürdige Vorgehensweise angehen, berichtet aiz.info. Laut der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sollen die Arbeitsbedingungen auf Schlachthöfen in einem der nächsten EU-Ministerräte behandelt werden.

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  • Im Schlachthof 1 ID79220: Agrarfoto.com
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