Mittel zum Zweck?

Kommentar von Thomas Mursch-Edlmayr,
Redaktionsleitung Oberösterreich.

Es ist nicht die viele Arbeit, die heimischen Bäuerinnen und Bauern am meisten zu schaffen macht und das obwohl diese (insbesondere bei tierhaltenden Betrieben) an 365 Tagen im Jahr zu erledigen ist. Nein, vielmehr sind es – nach dem hohen Dieselpreis – vor allem die stetig mehr werdenden gesetzlichen und bürokratischen Auflagen sowie Einschränkungen durch EU-Richtlinien, wie eine aktuelle Keyquest-Studie zeigt. Durch die Fremdbestimmung fühlen sich viele Bauern überfordert und mitunter auch in ihrer Existenz bedroht. Und das nicht unbegründet, wenn man das aktuelle Geschehen auf europäischer Ebene betrachtet.

Einerseits will die EU-Kommission Flächen aus der Produktion nehmen, den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln reduzieren sowie die Natur auf den Stand der 1950er-Jahre zurückversetzen. Folgen davon: sinkende Erträge und steigende Importe. 

Andererseits wird zeitgleich das Freihandelsabkommen Mercosur vorangetrieben. Damit wird importierten Lebensmitteln aus Südamerika, die unter viel geringeren Standards produziert werden, Tür und Tor geöffnet. Handelt es sich dabei gar um ein Mittel zum Zweck? 

mursch-edlmayr@bauernzeitung.at

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