Diesjährige Obsternte fiel um ein Fünftel schlechter aus als 2018

Deutliches Minus bei Äpfel und Birnen FOTOS (2): agrarfoto.at

Der österreichische Erwerbsobstbau verzeichnet heuer mit insgesamt 225.000 t (ohne Holunder und Aronia) eine um ein Fünftel niedrigere Ernte als im Vorjahr – diese lag aber im langjährigen Durchschnitt (±0% zum Zehnjahresmittel). Das Minus von 21% ist laut Statistik Austria nach der ausgesprochen hohen Kernobstproduktion 2018 auf die vielfach zu kühle Witterung im diesjährigen Mai, die Sommertrockenheit sowie auf Alternanzeffekte bei einigen Obstarten zurückzuführen (Anm.: Darunter versteht man im Zwei-Jahres-Rhythmus auftretende Ertragsschwankungen vor allem bei Äpfeln, Birnen und Zwetschken, die durch gärtnerische Eingriffe nur teilweise kompensiert werden können.).

Kernobsternte ein Viertel unter Vorjahresniveau

Die Kernobstproduktion belief sich heuer auf 190.600 t und lag damit um ein Viertel unter dem Vorjahresniveau und 3% unter dem Zehnjahresmittel. Äpfel, die 97% der Kernobsternte ausmachten, verzeichneten mit 184.300 t ein Ertragsminus von 23% gegenüber 2018. Knapp drei Viertel der Menge stammen aus der Steiermark. Bei Birnen machte sich nach der hohen Vorjahresernte der Alternanzeffekt besonders deutlich bemerkbar: Mit 6.300 t lag das Ernteminus bei 51% und blieb damit sogar 27% unter dem Zehnjahresmittel.

Ausgezeichnete Marillenernte, wenig Zwetschken

Stark überdurchschnittlich (+27% zum Zehnjahresmittel) fiel die Produktion bei Steinobst aus, mit 15.600 t lag sie um 7% über dem Vorjahresergebnis. Das ist hauptsächlich auf starke Zuwächse bei Marillen zurückzuführen (+24% zu 2018). So wurde in der wichtigsten Anbauregion Niederösterreich ein überaus hoher Hektarertrag von 13 t erreicht, wodurch bundesweit eine Erntemenge von 9.500 t eingebracht werden konnte. Auch im Burgenland wurden mit 12 t am Hektar sehr gute Erträge erzielt.

Pfirsiche erreichten mit 1.600 t eine etwas höhere Produktion als 2018 (+1%), die jedoch um 9% unter dem Zehnjahresmittel blieb. Bei Kirschen und Weichseln belief sich die Menge dank abermals guter Ertragslage in Nieder- und Oberösterreich auf 2.600 t (davon waren über 90% Kirschen). Dieses Ergebnis liegt um 36% über dem langjährigen Mittel, blieb jedoch um 4% unter dem Vorjahreswert. Die Zwetschkenernte fiel mit 1.900 t um 26% geringer aus als 2018 (-31% im Zehnjahresschnitt). Gründe dafür waren schlechtes Blühwetter, Alternanz, hoher Schädlingsdruck und Frostschäden.

Wieder deutlich mehr Erdbeeren, Minus bei Ribiseln

Beim Beerenobst (ohne Holunder und Aronia) wurden 18.700 t (+14% zu 2018; +13% zum Zehnjahresmittel) geerntet. Die Erdbeerproduktion stieg nach den trockenheitsbedingten Ausfällen im Vorjahr um 25% auf 13.600 t (+4% über Normalniveau). Die Früchte stammten vornehmlich aus nieder- und oberösterreichischem Anbau. Ribisel hingegen, die hauptsächlich aus steirischer Produktion kamen, erreichten mit 3.100 t eine um 10% geringere Erntemenge als im Vorjahr. An Heidelbeeren wurden 1.300 t, hauptsächlich aus steirischem Anbau, eingebracht. Dies entsprach trotz steigenden Flächentrends einem Minus von 5% zu 2018. Bei Himbeeren war der Ertrag zwar etwas höher als im Jahr davor, wodurch sich ein Ernteplus von 4% auf 680 t erzielen ließ, trotzdem wurde aufgrund der rückläufigen Anbaufläche nur eine unterdurchschnittliche Produktion (-28%) erreicht.

Signifikant fiel das Ernteminus mit 61% bei Walnüssen aus. Hauptverantwortlich für die geringe Menge von 270 t dürften der zu kühle Mai, das verstärkte Auftreten von Pilzerkrankungen sowie der Befall durch die Walnussfruchtfliege sein.

Bei Holunder, dessen Früchte vornehmlich zur Erzeugung von Lebensmittelfarbstoffen verwendet werden, betrug die Produktion 8.400 t (+4% zu 2018), was einem unterdurchschnittlichen Ergebnis entsprach (-6% zum Zehnjahresmittel). Bei Aronia lag die erzeugte Menge mit 1.600 t um 15% unter dem Vorjahresniveau. Diese Obstart wird großteils zu Säften, Aufstrichen und Farbstoffen verarbeitet.

AIZ

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