Die Debatte um eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung geht in die nächste Runde. Auch Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, will den Ende Jänner vom Gesundheitsministerium vorgelegten Entwurf nicht hinnehmen. Derselbe sei “ziemlich ernüchternd”, entspreche nicht den Vorgaben des Regierungsprogramms und auch nicht dem Entschließungseintrag. 
 

Daher brachte der Nationalratsabgeordnete eine parlamentarische Anfrage ein. Für den Tiroler ist laut aiz.info unverständlich, dass von Gesundheitsminister Rudolf Anschober lediglich eine Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für die Produkte Rindfleisch und Eier vorgesehen ist. “In meiner Anfrage verlange ich genaue Antworten. 18 Detailfragen sollen nun klären, wieso dieser Verordnungsentwurf nicht den Vorgaben des Regierungsprogrammes entspricht”, betont Hechenberger, der fordert, dass der Entwurf entsprechend dem Regierungsübereinkommen umgearbeitet wird.

Gegen “Kniefall vor Großkonzernen”

Der derzeitige Entwurf sei ein “Minimalkompromiss, der niemandem wirklich weiterhilft”. Es brauche aber “ein Gesetz mit klaren Vorgaben und keine abgeschwächte Version mit großen Lücken”, so Hechenberger. Anschober habe zudem die Vorgabe einer Kennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln ignoriert.

“Gerade dieser Bereich ist besonders sensibel, da hier einige Hersteller bewusst mit Österreich-Fahnen und Fantasie-Siegeln eine falsche Herkunft der Lebensmittel suggerieren”, betont der Bauernbund-Abgeordnete. Eine “abgespeckte Version” der Herkunftskennzeichnung sieht Hechenberger als “Kniefall vor Großkonzernen”. Er setze sich allerdings für Volle Transparenz ein – “das ist der beste Konsumentenschutz”.

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