Florianijünger rückten zu 49.000 Einsätzen aus

Das Jahr 2020 brachte noch nie dagewesene Herausforderungen für die 914 Feuerwehren in Oberösterreich und ihre knapp 94.000 fast ausschließlich freiwilligen Mitglieder.

Brände, speziell im landwirtschaftlichen Bereich, sind immer eine große Herausforderung für die Feuerwehren – in Zeiten von Corona umso mehr.

Das vergangene Jahr begann für die Feuerwehren gleich mit vielen Einsätzen nach einer starken Sturmfront über Oberösterreich. Im Frühjahr hielten zahlreiche Wald- und Flurbrände die Florianijünger auf Trapp. Hinzu kamen die Unwetter im August und zu all dem parallellaufend die Pandemie. Insgesamt rückten die Ehrenamtlichen fast 49.000-mal zu Einsätzen aus und leisteten dabei 2,7 Millionen Arbeitsstunden. „Wir haben immer funktioniert und hatten keine Ausfälle. Die Sicherheit der Bürger war jederzeit gewährleistet“, betonte Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer bei einer Pressekonferenz.

Wald- und Flurbrände haben stark zugenommen

Die Bewältigung des Feuerwehrdienstes in Verbindung mit den Covid-Maßnahmen stelle für die Feuerwehren eine extreme Gratwanderung zwischen Hilfeleistungs- und Schutzmaßnahmen dar. Dafür brauche es auch ein hohes Maß an Fachwissen und Kompetenz.

In den beiden Monaten März und April gab es alleine bei landwirtschaftlichen Objekten insgesamt 96 Brandeinsätze. Die Einsätze bei Bränden gestalteten sich aufgrund des hohen Personalbedarfes in dieser Zeit besonders schwierig, da neben den üblichen Sicherheitsmaßnahmen auch die Corona-Schutzbestimmungen eingehalten werden mussten. Einen negativen Spitzenwert bildeten im selben Zeitraum 64 Wald- und Flurbrände, welche damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um die Hälfte zugenommen hatten.

Mehr als ein Fünftel der Feuerwehrmitglieder war zudem auch zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen im Einsatz. Von Feuerwehren im ganzen Land wurden logistische Tätigkeiten durchgeführt sowie Hilfe bei Test-Drive-In-Stationen und Massentestungen geleistet. „Die Kameraden haben sich nicht nur in ihren Kernaufgaben bewiesen. Es hat sich einmal mehr gezeigt: In Wien wird angekündigt und diskutiert – in den Ländern und Gemeinden mit großer Unterstützung der Freiwilligen agiert und umgesetzt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Herausfordernd: Nachwuchs, Weiterbildung und Finanzen

Die Mitgliederentwicklung war im abgelaufenen Jahr „stabil“ und konnte konstant bei circa 94.000 gehalten werden. Und das trotz corona-bedingtem Einbruch der Beitritte zur Feuerwehrjugend. Im Vergleich zu 2019 sind 1790 weniger Jugendliche der Feuerwehr beigetreten. Laut Landes-Feuerwehrkommandant Mayer müsse man daher den wichtigsten Nachwuchs-Bringer im Feuerwehrwesen so rasch wie möglich wieder auf-
nehmen.

Verluste gibt es auch auf finanzieller Seite zu beklagen. Der Einnahmenentfall durch die fehlenden Feuerwehr-Veranstaltungen gefährde die Eigenmittelbeschaffung der Feuerwehren massiv und habe damit direkte Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen. „Um einen dauerhaften Schaden am Feuerwehrsystem zu vermeiden, gilt es die durch die Pandemie gezwungenermaßen reduzierten Tätigkeiten und Aufgabenfelder zur Systemsicherung so rasch als möglich wieder zu reaktivieren. Dafür benötigen wir die entsprechende Unterstützung und Rahmenbedingungen von der öffentlichen Hand“, so Mayer.

Quelle: Land OÖ/Max Mayrhofer
Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer.

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  • Feuerwehr OSR5384: Land OÖ/Max Mayrhofer
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AUTORThomas Mursch-Edlmayr
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