Sicher durch den Sommer(urlaub)

Für die Schüler heißt es ab morgen: Ab in die Ferien! Trotz allem Jubel darüber ist auch Vorsicht geboten. Wander- und Badeunfälle, Zeckenbisse und Sonnenbrände können die gute Laune rasch trüben. Das Rote Kreuz OÖ und die OÖ Bäuerinnen geben Tipps, wie geholfen werden kann.

Die Kombination von Hitze und praller Sonne kann zu einem Sonnenstich führen.

Egal, ob alpine Berglandschaften, Sommerfrische am See oder ein Entspannungsurlaub in einer der vielen Traumgegenden – Österreich hat viel zu bieten und ist für viele das Ferienland Nummer Eins. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Übermüdung kann zu Kollaps führen

Laut „Österreichischem Kuratorium für Alpine Sicherheit“ kam es im Vorjahr alleine in Oberösterreich zu 549 Alpinunfällen – der Großteil passierte beim Wandern und Bergsteigen. Immer wieder spiele Übermüdung eine große Rolle und kann in vielen Fällen zu einem Kollaps führen. „Hervorgerufen wird dieser Zustand durch einen plötzlichen Blutdruckabfall und Sauerstoffmangel im Gehirn“ verrät Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes, der erklärt wie man in solchen Situationen am besten helfen kann: „Die betroffene Person ansprechen: Wenn diese reagiert, Beine hochlagern. So kommt der Kreislauf in Schwung. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, Notruf 144 absetzen.“

Erste Hilfe bei Sonnenstich

Wenn Menschen zu viel Zeit in der prallen Sonne verbringen, ist ein Sonnenstich oft unvermeidbar. Typische Anzeichen sind Kopfweh, Übelkeit, ein hochroter Kopf, Fieber, Schwindel und Schüttelfrost. „Bei diesen Warnsignalen muss sofort gehandelt werden. Bringen Sie Betrof-fene in den kühlen Schatten. Wichtig ist, den Kopf und Oberkörper der
Person erhöht zu lagern. Legen Sie zur Kühlung feuchte Tücher auf Stirn und Oberkörper. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, holen Sie Hilfe“, erklärt Aichinger. Eine Kopfbedeckung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr helfen, dass es erst gar nicht so weit kommt.

Hilfreiche Hausmittel gegen kleine Wehwehchen

Ein Insektenstich an der Hand, eine Abschürfung am Knie, eine kleine Verstauchung beim Fuß, ein Sonnenbrand am Rücken oder ein Kratzen im Hals: Kleine Wehwehchen kommen schnell und nicht immer muss dafür die große Apotheke ausgepackt werden. Auch Hausmittel schaffen oft Abhilfe und dafür braucht man nur in die Natur zu gehen. Die stellt uns ihre Schätze ganz kostenlos zur Verfügung und die Herstellung einer Hausmittelsammlung mit Salben und Säften ist weniger aufwändig als gedacht. Auch Lebensmittel dienen nicht nur dem Sattwerden, sondern entfalten ihre Heilkräfte. Die OÖ Bäuerinnen haben ihre Rezepte und Tipps in einer Broschüre zusammengetragen, die online auf der Website des OÖ Bauernbundes (www.ooe.bauernbund.at/broschueren) erhältlich ist. „Wir möchten das Bewusstsein stärken für die Schätze unserer Natur, aber auch für die Heilkräfte, die in unseren Lebensmitteln verborgen sind“, sagt Landesbäuerin Johanna Haider. Hausmittel zeigen oft gute Wirkungen, die sich auf langjährige Erfahrungen stützen. „Natürlich ersetzen sie keinesfalls den Besuch beim Arzt und müssen wohlüberlegt eingesetzt werden“, ergänzt Haider. Aber „Hausmittel können kleine Wehwehchen oft schnell lindern, andere Behandlungen ergänzen oder einfach den Körper stärken.“

Das bestätigt auch der Rot-Kreuz-Präsident und verweist auf das Beispiel Sonnenbrand, den man einfach selbst behandeln könne: „Feuchte Tücher kühlen die betroffenen Stellen und lindern die Schmerzen. Neben Hausmittel wie Milch- oder Topfenwickel helfen auch feuchtigkeitsspendende Lotionen. Man sollte jedenfalls darauf achten, ausreichend zu trinken“, empfiehlt Aichinger. Eltern sollten besonders achtsam sein, da Kinderhaut empfindlicher ist: „Sonnenbrände bei Babys und Kleinkindern soll auf jeden Fall ein Arzt untersuchen, unabhängig vom Schweregrad.“ Das gelte auch für Erwachsene, wenn Blasen auftreten.

Zecke samt Kopf entfernen

Experten sind sich einig, dass 2021 ein Zeckenjahr wird. Die kleinen Krabbler können die Erreger der Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und der Borreliose (bakterielle Erkrankung) übertragen. „Am besten ist, die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange zu entfernen und dabei darauf zu achten, dass das Tier samt Beißwerkzeugen entfernt wird“, sagt Aichinger. Bildet sich in Folge ein roter Kreis um die Bissstelle, soll man einen Arzt aufsuchen. Gegen das FSME-Virus hilft impfen. Bei sofortiger Behandlung mit Antibiotika ist Borelliose gut heilbar. Deshalb ist es ratsam, den Körper nach Waldspaziergängen und nach Aufenthalten im Freien auf Zecken abzusuchen.

Hohe Unfallgefahr im kühlen Nass

Die Badesaison steuert ihrem Höhepunkt zu. „Viele Menschen sind ungeübt, weil die Schwimmbäder lange zusperren mussten und viele Schwimmkurse ausfielen. Gleichzeitig aber boomt der Traum vom Pool im eigenen Garten“, warnt Robert Schlader, Landesschwimmreferent beim Roten Kreuz. Besonders gefährdet seien Kinder: „Sie ertrinken oft laut-los, da sie in Gefahrensituationen im Wasser in einen reflexartigen Schockzustand geraten und so weder auf sich aufmerksam machen, noch sich selbst aus ihrer Lage befreien können.“ Für Kleinkinder kann schon ein Wasserstand von 5 bis 10 Zentimeter lebensgefährlich sein. Egal, ob Pool oder Schwimmteich – um die Kleinsten zu schützen, muss das Thema Sicherheit an oberster Stelle stehen. Aber: Vorkehrungen wie spezielle Abdeckungen, Schwimmbad-Überdachungen, Rollschutz befreien Eltern und Erziehungsberechtigte nicht von ihrer Aufsichtspflicht. „Kinder dürfen sich nie alleine und unbeaufsichtigt in unmittelbarer Nähe eines Gewässers aufhalten“, weiß der Schwimm-Experte.

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AUTORThomas Mursch-Edlmayr
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