Für Gerste werden gar keine Abgaben fällig.

Bereits seit Juni 2021 – vier Monate nach der russischen Invasion in der Ukraine – sind in der Russischen Föderation geänderte Ausfuhrverfahren für Weizen, Mais und Gerste in Kraft. Seither werden über den sogenannten „Dämpfungsmechanismus“ wöchentlich variable Zölle auf Basis registrierter Exportverträge an der Moskauer Börse errechnet, wie Agra-Europe berichtetet. Die eingenommenen Gelder sind, Kreml-Angaben zufolge, zweckgewidmet und fließen ausschließlich in Beihilfen für russische Agrarunternehmen.

13 Euro pro Tonne Mais

Wie vergangene Woche bekannt wurde, hat Moskau nun den Exportzoll auf Weizen deutlich verringert. Seit vergangenem Donnerstag sind pro ausgeführte Tonne nur noch Abgaben in Höhe von umgerechnet 45,62 Euro fällig, um 8 Prozent weniger als der zuvor eingehobene Zoll. Die Zölle auf Gerste wurden im Oktober sogar gänzlich ausgesetzt, jene auf Mais um über ein Fünftel auf umgerechnet nur noch 13 Euro je Tonne gesenkt.

Rückläufige Exporte aus der Ukraine

Unterdessen geht der Ukrainische Getreideverband (UGA) davon aus, dass im laufenden Wirtschaftsjahr 2023/24 die nationalen Getreide- und Ölsaatenausfuhren, trotz gestiegener Erntemengen, rückläufig sein werden. Konkret erwarten die Experten mit 50 Mio. Tonnen um 8 Mio. Tonnen geringere Exporte als im Vorjahr. Ein solches Ausfuhrvolumen sei Verbandsangaben zufolge allerdings nur möglich, wenn die Ukraine über ihre Schwarzmeerhäfen exportieren könne und die Logistik alternativer Routen einschließlich der Donaustrecke verbessert und vor allem billiger werde, heißt es vom UGA.

23 Mio. Tonnen für Ausfuhr reserviert

Vor allem beim Mais hätte die Ukraine heuer enormes Exportpotenzial. Von der erwarteten Erntemenge von 28,8 Mio. Tonnen wären etwa 23 Mio. Tonnen Agra-Europe zufolge für Ausfuhren vorgesehen, was etwa dem Vorkriegsniveau an ukrainischem Handelsvolumen entspräche. Auch die für die Ölherstellung benötigte Sonnenblumensaat soll laut UGA mit einer erwarteten Erntemenge von 14,2 Mio. Tonnen zufriedenstellende Erträge bringen. Hier werden allerdings nur 1 Mio. Tonnen im rohen Zustand für den Export reserviert. Das Gros gelangt erst als fertiges Öl beziehungsweise Presskuchen auf den Weltmarkt.

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AUTORRed. CW
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