Reformstart: „Pflege geht uns alle an“

Pflege reformieren und als Beruf attraktiveren – dieses Ziel verfolgt die kommende Woche startende Pflegereform. Vor allem aber soll sie die Pflege von zuhause ermöglichen und Angehörige hierbei unterstützen.

V.l.: Wolfgang Hattmannsdorfer und August Wöginger wollen eine rasche Reform der Pflege.

Vor nicht ganz einem Jahr haben sich ÖVP und Grüne in den Regierungsverhandlungen auf eine umfassende und rasche Pflegereform geeinigt. Den Worten folgen nun – trotz den herausfordernden Zeiten – bereits Taten. Mit einer Fachtagung fällt am kommenden Dienstag der Startschuss zur Pflegereform.

Die Leitung des Reformprozesses unterliegt neben Gesundheitsminister Rudolf Anschober, ÖVP-Klubobmann August Wöginger. Geht es nach Wöginger sollen bereits Mitte nächsten Jahres entsprechende Gesetzesbeschlüsse gefasst werden: „Wir wollen zeitnah ein gutes Ergebnis für alle Betroffenen erreichen. Denn Pflege geht uns alle an. Wir alle wollen alt werden und in Würde altern. Um das zu gewährleisten, starten wir jetzt den Prozess.“

Oberösterreich – maßgeblich involviert bei der Umsetzung

Die konkreten Vorhaben ausarbeiten sollen fünf Fachgruppen. Für Oberösterreich wird Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer am Verhandlungstisch der Gruppe „Vorausschauend planen und gestalten“ sitzen.
Maßgeblich Einfluss auf die Pflegereform hat auch OÖVP Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer genommen. Er hat mit August Wöginger, die fünf Grundprinzipien der Gesetzesreform im Regierungsprogramm verankert. Diese sind:

  1. Daheim vor stationär
  2. Unterstützung pflegender Angehöriger
  3. Personaloffensive
  4. Deregulierung und Digitalisierung
  5. Finanzierung zur Absicherung für die Zukunft

Entsprechend dieser Grundprinzipien will die ÖVP einen Pflege-Daheim-Bonus, sprich eine finanzielle Abgeltung für pflegende Angehörige einführen, sowie das Recht auf einen pflegefreien Tag. Zudem soll die Selbst- und Weiterversicherung ausgeweitet werden und ein Anspruch auf Pensionsversicherung ohne vorangegangene Erwerbszeiten ermöglicht werden. Diese und weitere Maßnahmen sollen die Pflege im Eigenheim solange wie möglich zulassen.

Jugendliche für die Pflege begeistern

Pflegekräfte abseits der Familie sollen durch die Etablierung einer Pflegelehre (Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz) generiert werden. Die Schweiz, wo diese Ausbildung an zweiter Stelle der beliebteste Lehrberuf rangiert, gilt hier als Vorbild.

Besonders Wolfgang Hattmannsdorfer setzt sich für diese Idee ein: „Mein Ziel ist, dass die Pflege von jungen Menschen als cool und wertvoll angesehen wird. Denn Fakt ist: Mehr zu pflegende Köpfe brauchen auch mehr pflegende Hände. Es braucht daher eine Pflegelehre, um ausreichend junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern.“ Lobend hebt Hattmannsdorfer die Landwirtschaftlichen Fachschulen hervor, wo bereits Ausbildungen im Bereich der Pflege angeboten werden. Ähnliches könne er sich auch für andere Schultypen wie etwa die Handelsschulen (HAS) vorstellen.

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  • Hattmannsdorfer Und Wöginger Pflege Pressegespräch: OÖVP
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