Pannatura: Mehr Artenvielfalt durch nachhaltige Bewirtschaftung

In der Schilffabrik am Seehof – (v.l.) Johannes Rüdisser, Martin Schönhart, Matthias Grün, Mark Perry, Clara Montecuccoli, Gerald Pfiffinger, Günther Graf von der Schulenburg.

Aktive Bewirtschaftung und Biodiversität müssen kein Gegensatz sein. Pannatura, die Agrartocher der Esterhazy-Gruppe trat dafür den Beweis an und lud dazu am 24. Juli Branchenvertreter, Partner und Fachkollegen auf das Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen im Burgenland. Mehr als 100 Gäste haben am Austausch rund um das Thema Biodiversität teilgenommen.

Mittels zweier Impulsvorträge und einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Biodiversität im globalen Wandel aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Zur Einstimmung waren die Gäste zu einer Traktorrundfahrt eingeladen, um die Flächen sowie die vielseitigen Biodiversitätsprojekte von Pannatura kennenzulernen. Moderiert hat das Treffen Kronenzeitung-Journalist Marc Perry.

Wege aus der Biodiversitätskrise

Welche Maßnahmen möglich sind, um Wege aus der Biodiversitätskrise zu finden und die Natur gesund zu erhalten, das war das Thema von Johannes Rüdisser vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck. Laut Rüdisser sollen dazu natürliche Lebensräume erhalten und Ersatzlebensräume geschaffen werden. Gleichzeitig gelte es auch, Ökosystemleistungen in der Bewirtschaftung zu optimieren.

Martin Schönhart vom Institut für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung der Universität für Bodenkultur Wien erläuterte in seinem Impulsreferat die möglichen globalen Zukunftsszenarien in Bezug auf die Artenvielfalt vor. Die vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse weisen in vielen Bereichen auf die Notwendigkeit hin, die globalen bis regionalen Agrar- und Ernährungssysteme umfassend zu verändern, so Schönhart. Wie die notwendige Transformation aussehen kann, will die Forschung mit Szenarien zum österreichischen Agrar- und Ernährungssystem bis 2050 ergründen – in der Fachsprache geht es um die Shared Socioeconomic Pathways (SSPs), die mit Bezug auf Österreich unter dem Kürzel AT-Agri-SSPs ausgearbeitet werden.

Aktive Bewirtschaftung ist unerlässlich

Im Rahmen der anschließenden, international besetzten Expertendiskussion wurde die Relevanz der Steigerung der Artenvielfalt thematisiert sowie vielfältige Lösungsansätze aufgezeigt. Als Gesprächsteilnehmer waren Günther Graf von der Schulenburg von der Verwaltung Graf von der Schulenburg, Gerald Pfiffinger vom Umweltdachverband, Michael Dvorak von BirdLife Österreich, und Matthias Grün als Vorstand der Esterhazy Privatstiftungen Teil der Runde. „Die Förderung der Biodiversität ist eine Kernaufgabe unseres täglichen Handelns im Wirtschaftsbetrieb. Wir stellen seit vielen Jahren durch umsichtige Bewirtschaftung, diverse Artenschutzprojekte, Forschungen und Partnerschaften immer wieder unter Beweis, dass sich aktive Bewirtschaftung und der Erhalt der Natur keinesfalls ausschließen, sondern voneinander profitieren. Gerade in Zeiten klimatischer Veränderungen ist die aktive Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen unerlässlich, um diese durch gezielte Maßnahmen fit für künftige Herausforderungen zu machen“, so Gastgeber Matthias Grün.

Windschutzhecken, Blühstreifen, Beetle Banks

Am Seehof in Donnerskirchen kombiniert man traditionelles Wissen mit modernster Technik, um Biodiversität und Wirtschaftsweise aufeinander abzustimmen – stets aufbauend auf dem Grundsatz, in jedem Arbeitsschritt Natur- und Artenschutzanliegen zu fördern. Eindrucksvoll bezeugen dies die angelegten örtlichen Landschaftselemente wie umfangreiche Hecken- und Windschutzanlagen, Blüh- und Begleitstreifen. Direkt am Hof eingerichtet wurden ein Wildbienenhotel, eine Schwalbenwerkstatt sowie auch Schlangenburg, Igelinsel oder Beetle Bank. Diese vielfältigen Lebensräume sind auch begehrte Exkursionsziele bei Führungen. Clara Montecuccoli, bei Pannatura als Fachreferentin für Naturschutz und Wildbiologie tätig, erläutert: „Die Biodiversität auf unseren Arealen ist bereits sehr vielseitig und wird noch laufend gesteigert. Mit gezielten Projekten und Kooperationen auch auf Wirtschaftsflächen wollen wir die notwendige Anpassung an klimatische Veränderungen zu unterstützen.“

Weitere Informationen:
https://pannatura.at/
https://www.biodiversityaustria.at/biodiversitaetsrat/
https://eur-agri-ssps.boku.ac.at/
https://greenet.boku.ac.at/

- Bildquellen -

  • 2332 W01 Pannatura Hafenscher: Andreas Hafenscher / Pannatura
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QuelleH.M.
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