Holzbauoffensive wichtige Zukunftsperspektive für Forst

Der Rohstoff Holz eignet sich nicht nur für den hochwertigen Anwendungsbereich mit langer Lebensdauer, sondern leistet mit der langfristigen Speicherung von Kohlenstoff einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. FOTO: agrarfoto.com

Im Rahmen des von der Bundesregierung eingerichteten Waldfonds in der Höhe von 350 Mio. Euro stehen 60 Mio. Euro für die Holzbauoffensive bereit. Der Rohstoff Holz eignet sich nicht nur für den hochwertigen Anwendungsbereich mit langer Lebensdauer, sondern leistet mit der langfristigen Speicherung von Kohlenstoff einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Auch wenn 2019 rund 62% der gesamten österreichischen Holzernte durch Extremwetterereignisse und Schädlingsbefall wie den Borkenkäfer Schadholz waren und für 2020 ähnlich hohe Zahlen prognostiziert werden, ist der Wald nicht nur Betroffener des Klimawandels, sondern auch Teil der Lösung: Denn konkret spart 1 m3 verbautes Holz bis zu 2 t CO2-Emissionen. “Die verstärkte Verwendung von Holz für stoffliche und energetische Zwecke ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz sowie zum Erreichen der Dekarbonisierungsziele. Die Holzbauoffensive forciert die vermehrte Verwendung von Holz als Grund- und Baustoff im Sinne einer langfristigen Speicherung von CO2 und zur Substitution von CO2-intensiven Stoffen”, betonte Bundesministerin Elisabeth Köstinger beim Besuch des HOHO – dem ersten Hochhaus in Holzbauweise in Wien.

Eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien (Boku), die von proHolz Austria in Auftrag gegeben wurde, zeigt ein kontinuierliches Wachstum der Marktanteile für den Holzbau. Bezogen auf die gesamten errichteten Nutzflächen im Gebäudesektor liegt dieser aktuell bei 24 %. Dabei konnten die größten Steigerungen im öffentlichen Bau (1% 1998 zu 19% 2018) erzielt werden, während sich eine ähnliche Entwicklung mit entsprechenden Zukunftspotenzialen ebenso im mehrgeschossigen Wohnbau zeigt. Wie die Studie zeigt, geht die Entwicklung des Holzbauanteils in einzelnen Gebäudekategorien – insbesondere im Bereich großvolumigen Bauens – zwar gut voran, habe aber noch viel Luft nach oben. Speziell die Massivholzbauweise mit Brettsperrholzplatten habe stark zugenommen, denn sowohl bei Mehrfamilienhäusern als auch bei öffentlichen Bauten kommen fast nur mehr vorgefertigte Holzelemente zum Einsatz. “Holz ist ein nachwachsender, nachhaltiger Rohstoff. Jedes Jahr wachsen rund 30 Mio. m3 Holz nach, was pro Sekunde rund 1 m3 Holz ergibt. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Holzbauweise benötigt rund 40 m3 Holz. An einem Tag wächst also die Holzmenge für 2.160 Holzhäuser nach”, erklärt Köstinger.

Vorteile der Holzbauweise

Bauen mit Holz bietet außerdem zahlreiche Vorteile, da der hohe Vorfertigungsgrad präzises, vor allem aber auch äußerst schnelles Konstruieren erlaubt. Gleichzeitig reduzieren bis zu 45% kürzere Bauzeiten gegenüber herkömmlichen Bauweisen Kosten auf der Baustelle sowie Lärm- und Schmutzbelästigungen. Geringere Wandstärken bringen mehr Nutzfläche je verbautem Raum, außerdem ist Holz deutlich leichter als andere Baustoffe und erlaubt geringere Dimensionierungen der Fundamente sowie Bodenplatten, das den nachwachsenden Rohstoff für Aufstockungen prädestiniert.

AIZ

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