Falsche Kauflust

Kommentar von Martina Rieberer,
Chefin vom Dienst

Die Umsätze sind kurz vor Weihnachten erfreulich hoch und der zweite Einkaufssamstag war heuer ähnlich umsatzstark wie jener im Jahr 2019, hört man im Radio dieser Tage viele zufriedene Händler-Stimmen. Man gibt in Österreich für Weihnachtsgeschenke also wieder annähernd gleich viel Geld aus wie im Jahr vor der Pandemie. Diese haben nebenbei bemerkt viele anfangs unterschätzt und rückblickend betrachtet vielleicht auch ein wenig überbewertet. Man erinnert sich an FFP2-Masken tragende Menschenschlangen im Zwei-Meter-Abstand vor den Geschäften am Samstag vor Hei­lig­abend. Erfreulich ist heuer zudem, dass laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Integral zum Weihnachts-Shopping mehr als acht von zehn Käufern ihre Weihnachtseinkäufe lieber in Geschäften und Einkaufszentren vor Ort erledigen wollen. Man schätze es, Dinge wieder anfassen zu können. Außerdem sagen 41 Prozent der 1000 Befragten, dass sie zumindest meistens beim Geschenke kaufen Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Weniger erfreulich ist da hingegen eine aktuelle Umfrage der AMA. Während der Bioanteil im Einkaufswagerl bis zum Sommer noch relativ stabil war, halten sich die Konsumenten in diesem Segment zurück. Der Fleischkonsum, der zu Weihnachten erfahrungsgemäß einen Höhenflug verzeichnet, sinkt im Vergleich zu anderen Produktgruppen überproportional. Jeder dritte Euro wird in Aktionsware investiert und leider sind auch Tierwohl-Produkte angezählt.
Bei Smartphones, Spielzeug und Gutscheinen für Hosen mangelt es also nicht an Kauflust, bei hochwertigem Essen leider schon.

rieberer@bauernzeitung.at

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