Bundesheer zeigt Flagge

Investitionsoffensive in tarngrüner Farbe: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gibt Einblicke in die Beschaffung von neuem Gerät und Ausrüstung für ein modernes Heer.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner

Das Österreichische Heer ist derzeit besonders gefordert. Rund 2.000 Soldatinnen und Soldaten befinden sich derzeit in allen Bundesländern im Covid- Einsatz, um im Rahmen von mannigfaltigen Assistenzeinsätzen und Unterstützungsleistungen bei der Umsetzung der gesundheitsbehördlichen Maßnahmen zu unterstützen.

Gleichzeitig löst Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ihr Versprechen ein, den „Erneuerungskurs des Bundesheeres“ verstärkt voranzutreiben. Nachdem Tanner für ihr Ressort 2020 künftig wieder mehr Budgetmittel erstritten hat, werden dringend benötigte Investitionen in Miliz, Infrastruktur, Ausrüstung und Gerät nachgeholt. „Unsere Soldatinnen und Soldaten leisten Tag für Tag Unglaubliches – sei es im Inland oder im Ausland. Unsere Aufgabe ist es nun, den Rückstau der letzten Jahre abzubauen, damit sie ihre Aufgabe – den Schutz der Republik und seiner Bevölkerung – auch weiterhin erfüllen können. Mit dem nun eingeschlagenen Budgetpfad können wir das“, so die Ministerin.

Überfällige Anschaffungen

Konkret wurde im vergangenen September der Ankauf von 18 Hubschraubern des Typs Leonardo AW169M um 300 Mio. Euro entschieden, der erste wird ab 2022 erwartet. Ebenso soll die bewährte „Black Hawk“-Flotte noch heuer um eine Maschine und 2022 um zwei weitere auf insgesamt zwölf Hubschrauber anwachsen.

Laufend verbessert wird die Ausrüstung der Soldaten. Der Tarnanzug wird verstärkt den bisherigen Kampfanzug ersetzen, dazu kommen 18.000 neue Helme, die vorrangig für Milizsoldaten verwendet werden. Das bewährte Sturmgewehr 77 wird durch neue Optiken zeitgemäß modernisiert. Bereits bestellt wurden auch 2.000 Nachtsichtbrillen. Alle 55.000 Soldaten erhalten neue ABC-Schutzmasken sowie Schutzbekleidung.

Ministerin Tanner, der als früherer Direktorin des NÖ. Bauernbundes bereits so manches PS-starke Traktor-Flaggschiff imponiert hat, zeigte sich 2020 in einem Gespräch mit der BauernZeitung auch vom „schweren“ Gerät in tarngrüner Farbe in ihrem neuen Umfeld angetan. Deshalb hat sie für 2021 auch „die überfällige Modernisierung“ der Kampfpanzer Leopard und der Schützenpanzer Ulan angeordnet, sowie je 200 LKW für die Miliz und militarisierte Pick-up-Fahrzeuge bestellt. Das Upgrade bei den Mannschaftstransportpanzern Pandur wurde bereits abgeschlossen.

Eine erste Tranche von 55 neuen Fahrzeugen werden alte „Pinzgauer“- Gefährte ersetzen, ebenso werden bis zu 350 Heeres-PKW durch neue handelsübliche Modelle in den nächsten Jahren abgelöst. Die Reisebus-Flotte für die Truppe wird heuer von sechs auf zwölf Fahrzeuge anwachsen.

Spezialgerät für Pioniere

Auf der Bestellliste des BMLV finden sich weiters fünf neue Löschfahrzeuge für die Übungsplätze und Militärflughäfen, zwei fernlenkbare Löschroboter für die ABC-Abwehrtruppe sowie 61 neue Sanitäts- und Notfall-Transportfahrzeuge. Für die Pioniere gab es bereits 2020 vier 15 Tonnen-Radlader, über 30 Boots-, Tieflade- und Seitenkippanhänger und gut 200 Minensuch- und Pioniertauchgeräte. Heuer werden vorerst vier leistungsfähige Pionier-/Bergepanzer angeschafft. Und Tanner kündigt an: „Auch die Maßnahmen in den Bereichen Cyber und Digitalisierung werden deutlich erhöht, um im Krisenfall eine autarke Kommunikation zu ermöglichen. Die umfassende Erprobung mehrerer verschiedener Abwehrsysteme mit Drohnen wird verstärkt fortgeführt, um in der Folge Beschaffungsverfahren einzuleiten.“

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