Biodiversität: Wissenschaftlich fundierter Zugang wird gefordert

In der EU wird über die Biodiversitätsstrategie diskutiert.

Im Zuge der Experten-Anhörung zur EU-Biodiversitätsstrategie 2030 im EU-Parlament, spricht auch Thomas Resl, der Direktor der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen.  Der Experte aus Österreich ist der Meinung: “Die Wechselwirkungen zwischen Flächenproduktivität und Biodiversität müssen wissenschaftlich für alle Mitgliedsstaaten der EU aufgearbeitet werden, um die Grundlage für eine effiziente Biodiversitätsstrategie zu schaffen.”

Genau da setzt ÖVP-Europaabgeordneter Alexander Bernhuber an. Als Chefverhandler der Europäischen Volkspartei für die EU-Biodiversitätsstrategie sagt er: “Es ist im Urinteresse der Landwirtschaft, die Artenvielfalt und unsere wertvollen Naturschätze zu schützen und zu bewahren.” Die Landwirtschaft dürfe daher auf gar keinen Fall durch überambitionierte Ziele schwächen oder die Versorgungssicherheit gefährden. Der Green Deal müsse in sämtlichen Maßnahmen immer dafür garantieren, dass die europäischen Landwirte weiterhin gesunde und qualitätsvolle Lebensmittel produzieren können.  

Rote Linie aufzeigen

“Die Kommission muss legislative Vorschläge liefern, die realistisch sind. Wenn wir aufgrund überbordender und unrealistischer Maßnahmen die Lebensmittelproduktion zwangsweise in Drittstaaten auslagern, schießt die Kommission definitiv am eigentlichen Ziel vorbei”, so Bernhuber, der einen wissenschaftlich fundierten Zugang fordert. Durch den Parlamentsbericht soll der Kommission die rote Linie für die Landwirtschaft aufgezeigt werden. Bernhuber verweist dabei auf das angedeutete Ziel der Kommission, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln innerhalb von zehn Jahren um die Hälfte zu reduzieren. “Ein allgemeines Ziel von 50 Prozent ohne jegliche konkrete Vorstellung der Umsetzung ist fachlich ohne Substanz. Das hört sich nach unrealistischen Pauschallösungen an, die alles andere als praxistauglich sind.”

In Zukunft brauche es einen ganzheitlichen Ansatz, der auch im urbanen Raum zum Schlüsselthema werden müsse. Parks, Dachflächen oder Fassaden würden  hervorragende Möglichkeiten zur Begrünung bieten und müssten zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversitätssteigerung in Städten leisten. “Hier muss die Kommission ansetzen”, so Bernhuber.

(red.V.S.)

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