Auf mehreren Beinen steht sich‘s besser

Wenn zwei von drei Standbeinen eines Betriebes wegfallen, ist es nicht einfach, die Zukunft positiv zu sehen. Edwin Ebner aus Winklarn schafft das, weil er auch vor neuen Vermarktungsstrategien nicht zurückschreckt.

Familie Ebner betreibt einen für die Region typischen gemischten Ackerbau- und Grünlandbetrieb in Winklarn bei Amstetten. Die Milch der 25 Kühe wird an die Molkerei geliefert, die nachkommenden Kälber verbleiben zur Mast am Hof und werden an Schlachtbetriebe verkauft. Als zweites Standbein ist der Betrieb mit der Straußenzucht ist in die Direktvermarktung eingestiegen. Eierlikör, Teigwaren oder Schokolade werden im Hofladen ebenso angeboten wie aus den Schalen gefertigte Kunstwerke vom Lampenschirm bis zum durchbrochenen Ei. Hofführungen brachten bisher zahlreiche interessierte Besucher auf den Betrieb. Und nicht zuletzt laden fünf Ferienwohnungen Gäste zum Entspannen ins Mostviertel ein.

Die Gäste bleiben aus

„Mit der Coronakrise sind natürlich sofort die Gäste ausgeblieben. Dazu musste der Hofladen geschlossen bleiben, obwohl Ostern eher zur umsatzstärkeren Zeit für uns zählt“, berichtet Edwin Ebner. Auch der Rindermarkt sei stark von der Krise betroffen und er sei schon froh, wenn die fertigen Mastrinder überhaupt noch abgeholt würden. Dass die Preise dementsprechend in den Keller gerutscht sind, tut dem Betrieb weh, so Edwin Ebner. Die einzige verlässliche Einnahmequelle sei derzeit die Milchablieferung.

Initiative “Gemma Mostviertel”

In dieser schwierigen Zeit kam für den Jungbauern die Initiative „Gemma Mostviertel“ gerade recht. Ausgehend von Stadtmarketing Amstetten, den Leader-Regionen Eisenstraße und Moststraße sowie von Mostviertler Kreativagenturen wurde die Plattform ins Leben gerufen, die zum einen die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken und das Gewicht weg von den Online-Konzernen hin zu Mostviertler Händlern, Wirten und Direktvermarktern verlagern möchte. Dazu möchte sie auch all jene unterstützen, die bisher diesen Vertriebsweg nicht genutzt haben und noch nicht „online-fit“ sind.

Online-Verkauf gestartet

Edwin Ebner hat über diese Plattform auch sein Angebot bekannt gemacht und nutzt die Möglichkeit des Online-Verkaufs. „Dazu bieten wir unseren Kunden einen kontaktlosen Abholservice“, weiß Ebner, dass die Kunden derzeit großen Wert auch Sicherheit legen. Der Online-Verkauf macht mittlerweile einen Teil des Ausfalls wett und Familie Ebner hofft, die bereits avisierten Führungen, die derzeit ausfallen müssen, zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

“Wir werden die Krise meistern”

„Auch wenn es derzeit schwierig ist, bin ich überzeugt, wir werden die Krise gemeinsam meistern“, blickt Edwin Ebner dennoch optimistisch in die Zukunft: „Wir können aus der Krise auch lernen: Zum Ersten, der Online-Verkauf passt auch zu unserem Betrieb. Und zum Zweiten, es bewährt sich, dass wir für unseren Betrieb auf mehrere Standbeine setzen.“ (Eva Riegler)

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