Jungholz ist derzeit nur über eine Funkstrecke mit dem österreichischen Telekommunikationsnetz verbunden, die in der Vergangenheit teils mehrmals ausfiel, wodurch Internet- und Telefondienste zeitweise nicht mehr funktionierten. Nach intensiven Prüfungen und Planungen wurde ein Breitbandkonzept für das gesamte Ortsgebiet ausgearbeitet, ein modernes Glasfasernetz wird nun realisiert. Der Abwasserverband Tannheimertal hat bereits eine von Land und Bund geförderte Glasfaser-Zubringerstrecke von Weißenbach am Lech bis Schattwald errichtet und wird diese nun bis zur Gemeinde Jungholz weiter ausbauen. Die Errichtung des Breitbandnetzes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Stromnetzbetreiber, der Energieversorgung Kleinwalsertal (EVK) bzw. der AllgäuNetz GmbH & Co. KG. Das Ortsnetz selbst wird von der Gemeinde Jungholz errichtet. Die Kosten für die erste Ausbaustufe des Projekts belaufen sich auf insgesamt rund 500.000 Euro – je 250.000 Euro für die Zubringerstrecke und den Ausbau des Ortsnetzes. Die Hälfte dieser Kosten und damit rund 250.000 Euro werden vom Land Tirol übernommen.

Das Breitbandprojekt Jungholz sei ein besonders gelungenes Beispiel für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und erhöhe die Lebensqualität der JungholzerInnen, betont Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrat Anton Mattle. „Seitens des Landes geht es uns darum, den Lebensraum Tirol fit für eine digitale Zukunft zu machen. Wir brauchen deshalb leistungsfähige und verlässliche Glasfaserinfrastrukturen im ländlichen Raum. Insbesondere, um Arbeitsplätze zu sichern, einer Landflucht vorzubeugen und Zukunftsperspektiven in den Regionen zu schaffen. Die Anbindung an das beste Glasfasernetz ist in Zeiten von Homeoffice unverzichtbar und bietet große Chancen: In vielen Branchen zeigt sich bereits, dass es prinzipiell egal ist, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten – man benötigt nur eine gute Internetverbindung. Das birgt ein enormes Potenzial für ländliche Gemeinden. Zudem werden sich Unternehmen künftig auch vermehrt in Peripherie ansiedeln, wenn eine optimale Netzanbindung gegeben ist“, so Landesrat Mattle.

„Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt, welche Bedeutung eine leistungsfähige Internetverbindung hat. Die optimale Nutzung einer großen leerstehenden Gewerbeimmobilie, Distancelearning und viele Auspendlerinnen und Auspendler, die nun öfters im Homeoffice arbeiten, sind nur einige Gründe, die es erforderlich machen, ein zeitgemäßes Glasfasernetz zu bauen. Nicht nur unsere Einwohnerinnen und Einwohner, auch unsere Gäste erwarten eine moderne Anbindung, um Streaming-Dienste, Outdoor-Apps oder ähnliches zu nutzen. Möglich wurde dieses Herzensprojekt aber nur, da die Gemeinde Jungholz mit dem Abwasserverband Tannheimertal und dem örtlichen Stromanbieter zusammen eine einigermaßen kostengünstige Möglichkeit für den Ausbau gefunden hat. Dank der Unterstützung durch das Land Tirol können wir nun endlich in die Realisierung gehen, worauf sich unsere Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewerbetreibenden freuen“, sagt die Bürgermeisterin von Jungholz, Karina Konrad.

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