Strasser und Moosbrugger: Milchpreise müssen steigen

Österreichs Milch zeichnet sich durch hohe Qualität. Diese muss auch entsprechend abgegolten werden. Foto: agrarfoto.com/Mag. Andrea Jungwirth

„Preise für Milchprodukte im Supermarktregal steigen konstant, doch unsere Bauernfamilien bekommen keinen Cent mehr. Dazwischen schöpft der Handel kräftig ab. Das führt dazu, dass Bauernfamilien ihre Höfe nach der Reihe schließen“, betonte Bauernbund-Präsident Abg. z. NR Georg Strasser.

Die Produktionskosten für die Erzeugung von einem Liter Milch steigen jährlich. „Futtermittel, Energie oder die Umsetzung höherer Standards kosten immer mehr. An den Milchpreisen für die Bauern ändert sich jedoch seit Jahren nichts. Während auf EU-Ebene die Magermilchpreise derzeit anziehen, steht für heimische Milcherzeuger sogar eine Milchpreissenkung ins Haus“, kritisiert Strasser die Preispolitik. Gegenüber den Vormonaten soll es bei den Milchpreisen ein geringfügiges Minus geben, das Vorjahresniveau wird gleichzeitig um 1,46 Cent unterschritten. Dies geht aus den aktuellen Erhebungen der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor.

Profiteure eines Preistiefs bei den Erzeugermilchpreisen sind vor allem die großen Lebensmittehändler und die Molkereien. „Verarbeiter und Händler sind unsere Partner. Doch es kann nicht sein, dass von unseren Bauern immer höhere Standards und Qualitäten abverlangt werden, dies aber keiner bezahlt. Aus diesem Grund sperren täglich Milchviehbetriebe zu. Das ist ökonomisch, ökologisch und sozial untragbar. Da muss sich etwas ändern“, fordert Strasser. 

Auch LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger fordert den Handel auf, Austauschaktionen zulasten der heimischen Milcherzeuger sofort zu stopen und angemessene Milchpreise zu bezahlen. Moosbrugger: “Gerade der Handel nützt das positive Image der heimischen Landschaft ausgiebig in Werbung und Kommunikation. Wenn jedoch gleichzeitig enormer Druck auf die Preise eines der wichtigsten bäuerlichen Erzeugnisse, nämlich auf die Milch, ausgeübt und heimische durch importierte Milch ersetzt wird, dann bleiben die Werbeaussagen reine Lippenbekenntnisse ohne Substanz. Die Milchbäuerinnen und -bauern erwarten sich Anerkennung in Form von steigenden Milchpreisen. Denn für die Milch gelten dieselben Argumente wie für das Bier, dessen Preis kürzlich angehoben worden ist: Die steigenden Kosten können durch höhere Effizienz nicht weiter kompensiert werden.”

Preiskalkulation des Handels gefährdet hohen Standard

“Die momentane Preiskalkulation des Handels gefährdet akut die hohen österreichischen Standards, mit denen aber der Handel bei den Konsumenten wirbt. Die Gentechnikfreiheit unserer Milch, eines der herausragenden Qualitätsmerkmale, wird derzeit ebenso wenig abgegolten, wie weitere freiwillige höhere Qualitätsstandards. Unsere Milchbetriebe können aber nur dann verlässlich und auf Dauer die von den Konsumenten erwarteten einmaligen Qualitäten bieten, wenn dieser Leistung auch eine Gegenleistung in Form angemessener Milchpreise gegenübersteht. Das ist derzeit nicht der Fall. Daher geht unser dringender Appell an den heimischen Großhandel und Lebensmitteleinzelhandel, die Milchpreise spürbar anzuheben. Denn von schönen Worten allein kann niemand ein wirtschaftliches Auslangen finden”, so Moosbrugger.

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