Mit einer Resolution fordert der NÖ Landtag die Bundesregierung auf, alles auf EU-Ebene dafür zu unternehmen, dass ukrainischen Agrarprodukte an den ursprünglich vorgesehenen Zielorten ankommen und nicht am heimischen Markt zu Verwerfungen führen. Darüber hinaus ist eine umfassende Evaluierung der Handelsbeziehungen durchzuführen, um eine ausgewogene und nachhaltige Lösung zu finden, die sowohl die wirtschaftlichen Interessen der Bäuerinnen und Bauern als auch die globale Stabilität berücksichtigt.

Mehr vor Ort, weniger Import: Bauernbund-Forderungspapier fand klare Mehrheit

Im Forderungspapier des NÖ Bauernbundes, das Anfang Juni präsentiert wurde – die BauernZeitung berichtete ausführlich – heißt es wörtlich „Die ukrainischen Agrarprodukte müssen am vorgesehenen Zielort ankommen“. Mit dem Beschluss im NÖ Landtag wird ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung dieser Forderung gemacht.
Für Länder, wie dem von der Dürre betroffenen Kenia sind Russland und die Ukraine Hauptlieferanten von Weizen oder Mais. Seit Monaten sind Lebensmittel in armen Ländern drastisch teurer geworden, der Angriff auf die Ukraine könnte deshalb in Ost­afrika zu einer Eskalation führen. Es könnten Migrationsströme ausgelöst oder bestehende verstärkt werden.

Quelle: screenshot noe-landtag.gv.at
LAbg. Richard Hogl am Rednerpult.

Bauernbund-Mandatar Richard Hogl berichtete, dass der Krieg auch in Europa eine erhebliche Marktstörung verursacht habe. Die heimische Landwirtschaft sei insofern davon stark betroffen, da sie mit höheren Betriebsmittelpreisen, Engpässen bei Düngemitteln und stark fluktuierenden Getreidepreisen konfrontiert sei.
Betreffend rückläufiger Getreidepreise appellierte Hogl, das Schicksal mit einem neuen AMA-Gütesiegel für Getreide selbst in die Hand zu nehmen.
Neben einer Herkunftskennzeichnung für Getreide in Brot und Gebäck sei mit dem AMA-Gütesiegel gewährleistet, dass nur Produkte konsumiert werden, deren Produktion ausschließlich nach heimischen Standards
erfolge.

100 Euro Schulstartgeld für Kinder und Jugendliche

Auch im heurigen Jahr greift das Land NÖ Familien finanziell unter die Arme. Das „blau-gelbe Schulstartgeld“ soll unabhängig vom Einkommen beantragt werden können. Voraussetzung ist, dass die erziehungsberechtigte Antragstellerin oder der Antragsteller den Hauptwohnsitz und das Kind einen Wohnsitz in Niederösterreich haben. Volljährige Schüler und Schülerinnen oder Lehrlinge, welche die Familienbeihilfe persönlich beziehen und den Hauptwohnsitz in Niederösterreich haben, können den Antrag selbst stellen. Der Ort, an dem die Schule oder Lehrstelle besucht wird, spielt für die Beantragung aber keine Rolle. Mit der Weiterführung des „blau-gelben Schulstartgeldes“ werden rund 200.000 Kinder und Jugendliche bei ihrem Start ins neue Schuljahr unterstützt. 20 Millionen Euro werden dafür bereitgestellt. 

NÖ Bauernbund fordert Konsequenzen

In einer Pressemitteilung fordert NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek: „Lebensmittel müssen dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“ Ebenso sieht der Bauernbunddirektor eine Täuschung der Konsumenten vorliegen, denn aktuell werde für Brot, Semmeln und anderen Backwaren in Österreich auch ukrainisches Getreide verwendet. Dieses entspricht aber nicht den hohen österreichischen Standards.
Österreichs Konsumenten können derzeit kaum feststellen woher das Getreide und Mehl für Brot, Semmeln und Backwaren kommen. Darum drängt Nemecek auf eine rasche Umsetzung des AMA-Gütesiegels im Getreidebereich, sowie einer Marketingoffensive für Österreichisches Getreide.
„Mithilfe dieses für die Landwirtschaft wichtigen Gütesiegels können die Konsumenten dann gezielt zu regionalen Produkten greifen. Ursprung und Qualität sind wichtige Merkmale bei der Kaufentscheidung, gerade bei Lebensmitteln“, erklärte Nemecek die große Bedeutung der Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln.

 

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AUTORArtur Riegler
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