Getreidemarkt KW 26/2016: Brexit und Wettermärkte verunsichern die Marktteilnehmer

Septemberweizen in Paris leicht im Plus; Ware aus alter Ernte fließt noch in Qualitätsreserven

 ©Agrarfoto.at
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Wettermärkte und eine Abschwächung des Euro nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt verunsicherten in den zurückliegenden Tagen den internationalen Getreidehandel. An der Euronext startete der September-Weizenkontrakt mit 161,50 Euro/t wieder mit einem leichten Plus in die laufende Woche.

Kräftiger Sprung bei Futterweizen

In Österreich belebte sich jüngst nochmals das Geschäft mit Ware aus alter Ernte mit dem Ziel, Qualitätsreserven an Weizen anzulegen. Die Abschlüsse erfolgen zu kaum veränderten Preisen – und zwar in allen drei Qualitätssegmenten. Laut Meinungen aus dem Handel könnte auch in der kommenden Saison auch Weizen mit “nur” 12,5 % Protein international gefragt sein.
Einen starken Sprung um 12,50 Euro/t nach oben machte an der Wiener Produktenbörse am Mittwoch der Vorwoche die Futterweizennotierung. Hintergrund:  Mischfutterwerke dürften noch letzte Versäumnisse in der Anschlussdeckung nachgeholt haben.

Rekordverdächtige Gerstenerträge

In den Getreidebaugebieten östlich von Wien wurden ab etwa 20. Juni die Mähdrescher gestartet. Auf leichten Schotterböden wurden Wintergerstenerträge von bis zu 70 dt/ha eingefahren. Damit bestätigt sich das Bild rekordverdächtiger Mengen aus der neuen Ernte. Allerdings, so Fachleute, würden die üppigen Niederschläge auf leichten Schotterböden auch eine stärker ertragssteigernde Wirkung zeigen als auf schweren Gründen mit mehr Wasserspeicherfähigkeit.

Im Braugerstesegment besteht die berechtigte Hoffnung, bei hohen Erträgen niedrige Proteinwerte und gute Qualitäten zu erzielen. Dennoch solle der Flächenrückgang bei der Sommergerste um fast 20 Prozent Importe erforderlich machen. Optisch sehr gut präsentieren sich die Rapsbestände. Gespannt erwartet man hier die ersten Ergebnisse.

Christian Posekany, AIZ

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