“Auch mehr Konsumpatriotismus hilft dem Tierwohl”

Sebastian Bohrn Mena (r.), Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, übergab den offenen Brief an Franz Eßl, den Tierschutzsprecher der ÖVP. Foto: Stefan Huber

In einem offenen Brief an die Regierungsverhandler von ÖVP und Grünen werden nun „Maßnahmen zur Bekämpfung von Tierleid und Bauernsterben“ im Regierungsprogramm gefordert.

Seit Mai haben mittlerweile mehr als 60.000 Menschen, darunter auch viele Landwirte, für ein Tierschutzvolksbegehren unterschrieben, so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Bei der Übernahme des offenen Briefes erklärte der Tierschutzsprecher der ÖVP, Franz Eßl, man sei sich „bei allem für und wider in einem Punkt einig: Tierwohl beginnt beim Kauf regionaler Produkte.“ Der langjährige Abgeordnete zum Nationalrat, Bergbauer aus dem Lungau und Präsident a. D. der LK Salzburg vertritt die ÖVP-Tierschutzpositionen bei den laufenden Regierungsverhandlungen.

So sei die Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung beim Außer-Haus-Verzehr „ein erster wichtiger Schritt“. Schließlich bestimme ein ernsthaft gemeinter Tierschutz auch darüber, ob Tierleid aus dem Ausland importiert werde, wo Lebensmittel oft mit niedrigsten Tierwohlstandards produziert würden, so Eßl. Der Kauf regionaler Produkte stärke nicht nur die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe, sondern trage auch dem Tierwohl Rechnung.

Bohrn Mena fordert „eine echte Agrarwende“. Österreichs Landwirtschaft habe nur mit Qualität und nicht mit Masse Zukunft. „Wir müssen die Standards anheben, aber auch Bauern beim Umstieg fördern und den Absatz ihrer Produkte zu einem fairen Preis sichern sowie mehr Förderungen für kleinbäuerliche Betriebe sicherstellen.“ Kritisiert wird von den Betreibern des Tierschutzvolksbegehrens etwa der Lebendimport von Kälbern, die Tötung männlicher Küken oder die gängige Praxis bei der Ferkelkastration sowie der Import von genmanipulierten Sojabohnen.

Eßl betonte, dass mit dem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz, das 2005 von allen damaligen Parteien im Parlament beschlossen wurde, Österreich „eine Vorreiterrolle in Sachen Tierwohl“ einnehme. „Dieses Gesetz wurde 2017 umfassend novelliert und so an die Anforderungen unserer Zeit angepasst.“. Tierwohl habe in Österreich einen sehr hohen Stellenwert. „Für mich steht Bewusstseinsbildung und Information an erster Stelle“, betont der VP-Tierschutzsprecher.

 

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  • Eßl Tierschutz VB Dez 19: Stefan Huber
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