Wer prägt das Bild der Landwirtschaft?

Kommentar von Wolfgang Wallner
Bauernbund-Direktor Oberösterreich

Wenn sich Medien mit NGOs agrarischer Themen annehmen und unreflektiert Meinungen wiedergeben, sorgt das immer wieder für Ärger und Kopfschütteln bei Bäuerinnen und Bauern. Fachlich völlig unverständlich werden von spendengetriebenen Organisationen Behauptungen aufgestellt, und meist unreflektiert übernommen. Journalistisches Hinterfragen bleibt aus, da den „unabhängigen“ NGOs vertraut wird. Dabei wäre es richtig und wichtig, gerade bei den Betroffenen nachzufragen – bei den Bäuerinnen und Bauern. Von Behauptungen wie – „Bunte Wiesen in Gefahr – Wiesen sollten mit der Sense gemäht werden“, oder „Schweinefleisch zu 90 Prozent ohne Tierwohl“ reichen die Überschriften. Aber auch vor Sendungen, die gänzlich die heimische Landwirtschaft verunglimpfen, schrecken die Produzenten nicht zurück. Manches Mal wirft das die Frage nach einer quotengetriebenen und kalkulierten Aufregung auf.
Wenn wir aber davon ausgehen, dass Journalisten nicht grundsätzlich eine Branche schlechtreden wollen, müssen wir auch unsere eigene Informationspolitik hinterfragen. Zu weit sind viele Journalisten thematisch von der Landwirtschaft entfernt, zu schnelllebig ist das Mediengeschäft. Da werden gerne von angeblich seriösen Quellen Daten übernommen. Fakt ist jedoch, dass wir selbst diese Daten liefern müssen. NGOs sind überzeugt, dass ihre Denkweise die einzig richtige ist. Wenn wir nur mit Betroffenheit reagieren, werden wir immer einen Schritt hinter der Vermittlung unserer eigenen Informationen, unserer eigenen Sichtweisen sein.

wallner@ooe.bauernbund.at 

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  • Wallner: OÖ Bauernbund
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