Die Corona-Krise und lange herrschende Trockenheit haben den Landtechnikmarkt eingebremst. Nach einem starken Start in das heurige Jahr, lagen in den letzten zwei Monaten die heimischen Traktor-Neuzulassungen im Minus.

Quelle: BZ, DATENQUELLE: STATISTIK AUSTRIA
Im heurigen ersten Halbjahr wurden hierzulande laut Statistik Austria 3.226 Traktoren neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 43 Stück (+1,4 %) gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Grund zum Jubeln ist das für die Branche aber keiner. Denn nach zwei Monaten lag das Plus noch bei 27 Prozent, um dann, abgesehen von April, jedes Monat kleiner zu werden.

Unterschiedliche Entwicklung

Während die Neuzulassungen nach den ersten sechs Monaten heuer bei den Obst-/Weinbautraktoren mit 306 Stück (+23,4 %) und bei den Kommunaltraktoren mit 150 Stück (+12,8 %) noch über dem Niveau des ersten Halbjahrs 2019 liegen, sind die Anmeldungen bei den Standard­traktoren mit 2.445 Stück (-0,9 %) und bei den „Sonstigen Traktoren“ (Quads, ATV etc.) mit 325 Einheiten (-3,3%) aktuell schon darunter. Bei den Standardtraktoren lag das Minus im Mai und Juni bei 68 und 39 Stück (-14,8 und -9 %).

Verunsicherung wegen Corona

Rudolf Dietrich, Obmann vom Club Landtechnik Austria, führt die Rückgänge primär auf die Verunsicherung der Landwirte wegen der Corona-Krise zurück. Wenn Absatzmärkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Fleisch, Milch, Käse und Wein teilweise fehlen, dann werde es schwierig. Zudem habe die heuer vielerorts über weite Phasen herrschende Trockenheit die Investitionsbereitschaft der Bauern getrübt. Ende des Jahres könnten die Neuzulassungen bei den Standardtraktoren unter 4.000 Stück liegen – 4.000 wären 8,7 % weniger als 2019.

Standardtraktoren: Steyr führt vor New Holland und Fendt

Quelle: Club Landtechnik Austria, basierend auf Zahlen von Statistik Austria
Wie gewohnt führt auch heuer im ersten Halbjahr Steyr die heimische Standardtraktoren-Neuzulassungsstatistik an. Mit 477 Neuzulassungen liegt Steyr genau auf Vorjahresniveau, der Marktanteil liegt nun bei 19,5 %. Die Plätze zwei und drei haben New Holland und Fendt mit 360 und 343 Neuzulassungen inne. Während New Holland damit gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um 26 Traktoren verloren hat, konnte Fendt um 82 Stück (plus 31,4 %) zulegen, mehr als alle anderen. Von allen Marken absolut am stärksten hat Claas verloren. 83 Neuzulassungen in den heurigen ersten sechs Monaten bedeuten ein Minus von 77 Stück. Allerdings liegt Claas noch immer deutlich über dem Halbjahres-Niveau von 2018 (54 Neuzulassungen). Weitere Marken siehe Tabelle.

Obst-/Weinbautraktoren: Carraro vor Fendt und NH

An der Spitze der Habjahres-Neuzulassungsstatistik der Wein- und Obstbautraktoren liegt Carraro mit 87 Stück (+8 Stück bzw. +10,1 %) und einem Marktanteil von 28,4 %. Die Plätze zwei und drei belegen Fendt und New Holland mit 65 und 34 Neuzulassungen (+12 bzw. +14 Stück). Absolut am stärksten gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 zulegen konnte Massey Ferguson. 25 Neuzulassungen (Platz 4) entsprechen einem Plus von 18 Stück (+257 %), am deutlichsten verloren haben Same (-6 Stück bzw. -60 %) und Deutz-Fahr (-6 Stück bzw. -42,9 %).
Auf den Plätzen fünf bis 21 in der aktuellen Statistik liegen folgende Marken: Arbos (18 Obst- und Weinbautraktoren, plus 13 Stück), Holder (11, plus 3), Lovol (11, plus 3), Case IH (10, plus 5), Deutz-Fahr (8, minus 6), Landini (7, unverändert), Hattat (6, plus 2), Kubota (5, minus 1), Same (4, minus 6), Lamborghini (3, minus 5) Valpadana (3, plus 3), Claas (2, minus 3), Salek (2, plus 2), TYM (2, plus 2) John Deere (1, minus 2), Goldoni (1, unv.) und McCormick (1, plus 1).

Michael Stockinger

 

 

 

- Bildquellen -

  • Zulassungen Traktor: BZ, DATENQUELLE: STATISTIK AUSTRIA
  • Zulassungen Standardtraktor: Club Landtechnik Austria, basierend auf Zahlen von Statistik Austria
  • Investitionen 10 ID46517(2): agrarfoto.com
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