Österreichpakt zur Rettung der heimischen Wälder gefordert

"Es braucht einen österreichweiten Schulterschluss zur Rettung des Waldes, denn die Situation ist mehr als ernst", war die eindeutige Botschaft eines Gesprächs der Vertreter der Waldbesitzer mit LH-Stv. Stephan Pernkopf und LK-NÖ-Präsident NAbg. Johannes Schmuckenschlager.

Experten, Waldbesitzer und Agrarpolitiker berieten über Lösungsstrategien.

„Unser Wald ist in Gefahr. Wärme und Trockenheit begünstigen die Vermehrung der Borkenkäfer, die auch heuer wieder Millionen Festmeter schädigen werden. Es braucht daher dringende Maßnahmen, um die bäuerlichen Waldbesitzer in dieser schwierigen zeit zu unterstützen”, stellten Vertreter der Waldbesitzer eingehend zu einer Lagebesprechung mit der Spitze der NÖ Agrarpolitik klar.

Große Schäden bereits in den vergangenen Jahren

Bereits in den vergangenen Jahren kam es zu riesigen Problemen mit  Schädlingen im Wald. Im Vorjahr fielen Borkenkäfer und Co rund 2,2 Millionen Festmeter Holz zum Opfer. Insgesamt mussten in so bereits etwa 20.000 Hektar Waldflächen abgeholzt werden, davon 13.000 Hektar im Waldviertel.

LH-Stv. Stephan Pernkopf verweist auf bereits gesetzte Maßnahmen: „Für Wiederaufforstungen mit klimafitten Baumarten und die Anlage von Nasslagerplätzen wurden bereits rund neun Millionen Euro Unterstützung bereitgestellt.” Er ist aber überzeugt, dass dies nicht ausreichen werde, denn: “Wir brauchen gesunde Wälder, sie sind unsere Sauerstoffproduzenten und Klimaschützer.“

“Gesunde Wälder sind Klimaschützer”

LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager kann dem nur zustimmen: „Der Verlust für unsere Betriebe ist immens, sie verlieren in wenigen Monaten ganze Waldbestände, die über Generationen wachsen konnten. Die Waldbesitzer sind sehr gewissenhaft bei der Aufarbeitung des Schadholzes und der Waldpflege, aber das frische Holz muss von der Sägeindustrie auch rasch aus dem Wald gebracht und verarbeitet werden, um die Schädigung durch den Borkenkäfer eindämmen zu können.“

Sägeindustrie ist Teil der Lösung

Ein Teil der Lösung liegt für Pernkopf auch bei der Sägeindustrie als Partner der Waldbesitzer: „Gerade in dieser Situation müssen wir leider erkennen, dass Teile der heimischen Sägeindustrie trotzdem große Mengen Holz aus dem Ausland importieren. Das bedeutet nicht nur weniger Abnahme und weniger Lagerkapazität für heimisches Holz, sondern auch vermehrte Lkw-Transporte durch Niederösterreich.“ Daher gibt es auch konkrete Forderungen und Appelle von LH-Stellvertreter Pernkopf und Präsident Schmuckenschlager: „Unsere Waldbauern brauchen Unterstützung und unsere Wälder brauchen Schutz. Wir appellieren daher an die Säge- und Zellstoffindustrie, ihre Importe zu reduzieren und mehr heimisches Holz zu beziehen. Und auch jeder Einzelne kann helfen, indem man beim Einkauf zu heimischem Holz greift.“

Probleme sind nur gemeinsam zu lösen

Felix Montecuccoli und Markus Hoyos schließen sich dem an: „Es braucht einen nationalen Schulterschluss, denn die Wälder sind in Gefahr. Wir wollen eine starke Holzindustrie, die vorrangig heimisches Holz verarbeitet, und eine nachhaltige Forstwirtschaft. Denn nur gemeinsam können wir die Wälder für Generationen erhalten, als Sauerstoffproduzenten und als Antwort auf den Klimawandel.“

NÖ Waldverbandsobmann Franz Fischer: „Tausende Waldbesitzer in Niederösterreich sind betroffen. Der Schaden ist enorm, er trifft aber nicht nur die Besitzer, sondern die gesamte Gesellschaft, denn der Wald ist Wasserspeicher, sorgt für saubere Luft und kühlt das Klima. Wir brauchen daher auch die gesamte Gesellschaft, wollen wir unseren Wald für die nächsten Generationen retten.“  (ER)

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