Niederlande: Scharfe Debatte um Ausstiegsprämie für Tierhhalter

In den Niederlanden wird Landwirten angeboten, ihre Nutztierhaltung gegen Geld aufzugeben.

Das Aufgeben von Nutztierhaltungen soll zu weniger Stickstoffbelastung in Natura-2000-Gebieten führen.
In den Niederlanden ist eine heiße Debatte um die Tierhaltung und damit verbundene Grundbesitze entbrannt. Hauptsächlich ausgetragen werden die Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Dort muss sich die niederländische Regierung den Vorwurf gefallen lassen, kleinen Landwirten Grund abzunehmen, der später leicht an Großkonzerne fallen könne. Manche sehen damit den Beginn vom Ende der Nutztierhaltung in den Niederlanden eingeleitet.
 
Hintergrund dieser Debatte ist, wie das deutsche Branchenmedium agrarheute.com berichtete, dass die niederländische Regierung Landwirte durch Prämien dazu bringen möchte, Tierhaltungen in der Nähe von Natura-2000-Schutzgebieten freiwillig aufzugeben. Dieser Herauskauf soll zur Reduzierung des Stickstoffausstoßes beitragen. In einer ersten Tranche wurde dafür 100 Millionen Euro aufgestellt, ausgezahlt wird die “finanzielle Unterstützung” an Betriebe die höchstens zehn Kilometer von einem solchen Naturschutzgebiet entfernt liegen, zuständig sind die jeweiligen Provinzregierungen. In der Folge können die Provinzen schließlich allerdings die aufgegebenen Agrarbetriebe kaufen.

Nutzung durch andere Landwirte

 
Bis 2030 möchte die Regierung nämlich zumindest die Hälfte aller Natura-2000-Gebiete auf ein “gesundes Stickstoffniveau” bringen. Zu diesem Zweck sollen ab dem nächsten Jahr weitere 200 Millionen Euro für das Vorhaben aufgebracht werden. Insgesamt soll sich die investierte Summe in den nächsten zehn Jahren auf rund 1,9 Milliarden Euro belaufen.
 
Dabei soll schon ab dem nächsten Jahr erreicht werden, dass auch Milchvieh-, Schweine- und Geflügelbetriebe die Stilllegungsförderung beantragen können, obwohl sie nicht als Hauptquelle der Belastungen gelten.  Da die Regierung in Aussicht gestellt hat, dass die freiwerdenden Flächen durch andere Landwirte bewirtschaftet, für den Naturschutz oder andere Entwicklungsmaßnahmen genutzt werden sollen, ist die Kritik umso größer. 
 
Die Landwirte würden so nur noch mehr in die Enge getrieben. Die Niederlande seien so das erste Land Europas, in denen die Vernichtung des Bauernstandes eingeläutet wurde, lässt ein Userin ihrem Ärger freien Lauf.

- Bildquellen -

  • Cow: pixabay/Monsterkoi
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