Landesagrarreferenten trafen unter niederösterreichischem Vorsitz in Wieselburg zusammen

Aktuelle Themen der heimischen Landwirtschaft standen im Mittelpunkt des Treffens der österreichischen Landesagrarreferenten unter dem Vorsitz von NÖ LH-Stv. Stephan Pernkopf in der HBLA Francisco Josephinum in Wieselburg. In einem Pressegespräch informierte der Vorsitzende gemeinsam mit Bundesministerin Maria Patek und dem Präsidenten des österreichischen Bauernbunds, Abg. z. NR Georg Strasser, am Freitag, den 25. Oktober, über die Ergebnisse der Beratungen.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsministerin Maria Patek und Bauernbundpräsident Georg Strasser bei der Landesagrarreferentenkonferenz.

„Der Ort unseres Treffens ist nicht zufällig gewählt“, betonte der derzeitige Vorsitzende der österreichischen Landesagrarreferenten, LH-Stv. Stephan Pernkopf im Rahmen einer Pressekonferenz. Die Bildungseinrichtung feiere heuer ihr 150-jähriges Bestehen und sei mit allen land- und forstwirtschaftlichen höheren und mittleren Schulen ein Zeichen, wie wichtig eine fundierte Ausbildung für die Bäuerinnen und Bauern der Zukunft sei. „Unsere Jugend lernt in den Schulen Qualität von der Pike auf“, so Pernkopf. Um diese Qualität auch in ihrer beruflichen Zukunft umsetzen zu können, müsse die Politik für stabile Rahmenbedingungen auch für die nächste Generation sorgen.

Als ein Beispiel dafür führte Pernkopf die aktuellen Herausforderungen in der Forstwirtschaft, bedingt durch Borkenkäferkalamitäten an. Aufgrund der Dramatik der Situation sei es gelungen, die bereitgestellten Gelder für Pflegemaßnahmen nach notwendig gewordenen Wiederaufforstungen um rund ein Drittel zu erhöhen. Betroffene Flächen könnten daher anstatt bisher mit zu 2.800 Euro mit bis zu 4.300 Euro unterstützt werden.

Bezugnehmend auf die aktuell in Brüssel laufenden Verhandlungen zur zukünftigen GAP berichtete Pernkopf, dass sich die Landesagrarreferenten einstimmig gegen Kürzungen der Gelder im Agrarbereich ausgesprochen haben. Damit werde klar die Linie von Bundesministerien Patek unterstützt, die im EU-Agrarministerrat gegen Kürzungen gestimmt habe. “Es braucht ein ausgewogenes Europäisches Agrarprogramm, dass die Umweltleistungen der heimischen Betriebe wertschätzt und finanziell ausgleicht. Ökosozial statt marktradikal”, so Pernkopf.

Auf einstimmige Ablehnung im Gremium der Landesagrarreferenten stieß auch das Mercosurabkommen. „Mercosur schadet unserem Klima und den bäuerlichen Familienbetrieben gleichermaßen, darum lehnen wir es ab. Es kann nicht sein, dass die Europäische Union die Anforderungen an die eigenen Bäuerinnen und Bauern ständig höherschraubt und gleichzeitig niedrigeren Standards mit internationalen Handelsverträgen Tür und Tor öffnet“, forderte Pernkopf auch die Einführung von Klimazöllen und Vor-Ort-Kontrollen statt Mercosur. 

Bundeministerin Maria Patek stellte eine neue Kampagne für die elf höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen vor. Dazu würden diesen mit 1,3 Millionen Euro unterstützt, um den zukunftsweisenden Schwerpunkt „Landwirtschaft und Digitalisierung“ weiter voranzutreiben. 

“Um Bäuerinnen und Bauern die Arbeit zu erleichtern, haben 2017 Bund und Länder gemeinsam die AMA-Marketing mit einem Pilotprojekt “Kontroll-Informations-System” beauftragt, das in den nächsten Monaten auf die Betriebe ausgerollt werden und Kontrollaufwand reduzieren soll”, führte die Ministerin weiter aus. Mit dem Ansatz “Alles aus einer Hand” solle künftig eine zentrale Anlaufstelle für kontrollrelevante Daten geschaffen werden. Das spare Zeit und Geld, hebe Synergien und gewährleiste eine sichere Verwaltung von Daten. 

Bauernbund-Präsident Abg z. NR Georg Strasser bekräftigte die Ablehnung des Freihandelsabkommens Mercosur. “Wir wollen keine Handelsabkommen, die auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern abgeschlossen werden. Deshalb freut mich dieser heutige bundesländerübergreifende Schulterschluss gegen Mercosur. Im Gegenteil, gerade wenn es um den Klimaschutz geht, ist die heimische Landwirtschaft ein großer Teil der Lösung. Ein Kilo heimisches Rindfleisch bedeutet 14 Kilogramm CO2, während solches aus Südamerika 80 Kilo CO2 im Rucksack hat. Solche Importe schaden also dem Klima und den heimischen Bäuerinnen und Bauern. Dafür, dass aktuell mehrere Handelsketten solche Rindfleisch-Importe mit Rabatten bewerben, fehlt mir absolut das Verständnis.” 

- Bildquellen -

  • Lark Patek Pernkopf Strasser NLK REINBERGER: NLK/Reinberger
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