Getreidemarkt KW 29/2019: US-Bericht über weltweit weniger Weizen stärkte Notierungen kurzzeitig

Die internationalen Getreidebörsen zogen gegen Ende der Vorwoche nach einem Durchhänger wieder deutlich an, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht zu den weltweiten Versorgungsbilanzen die Prognosen für die Weizenproduktion und Endlager überraschend stark zurückgenommen hat. Der Weizen an der Euronext in Paris hat sich bis Montagmittag auf 178,50Euro pro t für den September-Liefertermin und auf 183,25 Euro für den im Dezember befestigt, drehte dann aber wieder ins Minus. Viele Fragezeichen stehen noch hinter den Ernteergebnissen in Russland. Haben Hitze und Dürre im Juni tatsächlich zu Einbußen geführt oder nicht? In den USA hat übermäßige Hitze das bisher zu nasse und kalte Wetter abgelöst und stützt den Mais. Zudem wüten Hurrikans.

Österreich: Hauptweizenernte und Preisbildung angelaufen

Hierzulande ist die Hauptweizenernte angelaufen. Die Wiener Produktenbörse notierte vorigen Mittwoch dieser Woche erstmalig Weizen der Ernte 2019, nämlich Qualitätsweizen mit177 bis 180 Euro pro t. Dies war eine Prämie von 5 Euro auf den an diesem Tag fixierten September-Mahlweizenfuture an der Euronext und ein Gleichstand zu dem für Dezember. Auch gegenüber Qualitätsweizeneinfuhren aus dem EU-Raum konnte inländische Ware einen Bonus verbuchen.

Allgemein wird heuer in Österreich mit einer stärkeren Differenzierung der Preise für die einzelnen Qualitätsstufen gerechnet, da im Vorjahr fast nur Premiumweizen eingefahren worden war und Qualitäts- und Mahlweizen kaum erhältlich und daher nahezu so teuer wie die Top-Qualität waren. Gerste notierte vorige Woche mit 137 Euro pro t. Durum-Notierungen von 223 Euro pro t zugstellt in die Steiermark für Einfuhren aus der EU ließen heimische Produzenten auf Ab-Stationspreise von über 200 Euro hoffen. Erste, noch nicht notierte Premiumweizenabschlüsse sollen dem Vernehmen nach zu Preisen über 190 Euro pro t ab Station getätigt worden sein.

Spannend für den heimischen Markt bleibt, dass aus dem östlichen Mitteleuropa von starkem Mykotoxin-Befall des Erntegutes berichtet wird. Während die inländischen Weizenqualitäten, wenngleich auch die Körner klein ausgebildet seien, mit zunehmendem Fortschritt des Drusches nach Norden zufriedenstellend und immer höher seien, enttäuschten bisweilen Rapserträge und Siebung von Braugerste.

Christian Posekany, AIZ

- Werbung -