Die Sorge um den Boden

Gastkommentar von Prof. Claus Reitan, Journalist

Claus Reitan, Journalist ©Michal
Claus Reitan, Journalist ©Michal
Unser Boden ist unser Leben. Wie der Boden genutzt wird, entscheidet über die Qualität unseres Lebens. Eine schonende und überlegte Bodenpolitik ist dringend geboten. Das ist die klare Botschaft, die diese Woche bei der Konferenz der Regionen und Städte Europas in Salzburg formuliert wurde. Der Ernst der Lage ist in der Land- und Forstwirtschaft längst bekannt. Aber jetzt beginnt das Thema, in der Mitte der Gesellschaft und der Öffentlichkeit anzukommen. Es waren äuöerst ernste Feststellungen, die getroffen wurden: Österreich verbraucht pro Kopf mehr an Fläche für Straöen und Einkaufszentren als etwa Deutschland. Die Nutzung neuer Flächen für Wirtschaft und Verkehr liegt weit über den Werten, die der Nationale Aktionsplan für Nachhaltigkeit vorsieht. Erhoben wurde weiters, dass Tausende Hektar Industriebrache und leer stehende Gebäude zu verzeichnen sind. Das ist ein extrem unbedachter, verschwenderischer Umgang mit dem Boden. Weil dieser nicht vermehrbar ist, auf der anderen Seite in einigen Bundesländern wegen der Berge nur ein Teil der Landesfläche besiedelt werden kann, steigen die Preise für Grund und Boden. Teils wegen der Zweitwohnsitze kaufkräftiger Personen so stark, dass der nächsten Generation ein Grunderwerb kaum möglich ist. Das Wohnen wird zu teuer. Es war allen voran Kurt Weinberger, Vorstand der Hagelversicherung, der konkrete und bedenkliche Fakten auf den Tisch legte. Die Mahnungen sind teils angekommen, müssen jedoch deutlicher von der Politik auch der Bundesregierung aufgegriffen werden. Tut sie das nicht, werden sich stets mehr Menschen von ihr enttäuscht abwenden.

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