Bauernbund: Folgen der Corona-Krise führen zunehmend zu Verwerfungen auf den Agrarmärkten

EU Kommission muss jetzt rasch handeln, um Milch- und Fleischmärkte zu stabilisieren

Bauernbund-Präsident Georg Strasser

Das Corona-Virus verursacht die bislang schwerste Krise seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Lockdown in Österreich und auch fast allen anderen EU-Staaten hat massive wirtschaftliche Konsequenzen, die auch die Land- und Forstwirtschaft mit voller Wucht treffen. Vor allem in den Bereichen Milch und Fleisch sind die negativen Auswirkungen bereits seit mehreren Wochen deutlich spürbar. „Durch die Schließung des gesamten Gastronomiebereichs, der Kantinen bis hin zu Catering-Unternehmen, ist die Nachfrage nach Fleisch – vor allem nach Rindfleisch – massiv eingebrochen. In gleicher Weise sind davon auch viele Molkereien und damit der Milchmarkt negativ betroffen, für die der Tourismus einer der wichtigsten Abnehmer ist. Hinzu kommt, dass wichtige Exportmärkte für Agrarprodukte und Lebensmittel wie Italien kaum bis nicht mehr beliefert werden können. Das hat unmittelbare Konsequenzen in der Preisbildung“ so der Bauernbundpräsident Abg.z.NR DI Georg Strasser.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat sich beim vergangenen EU-Agrarministerrat am 25. März 2020 für eine freiwillige Lieferrücknahme mit Unterstützung der EU oder für die Private Lagerhaltung eingesetzt. Die EU-Kommission sowie eine Mehrheit an EU-Mitgliedsstaaten haben damals aber noch keine Notwendigkeiten zum Einschreiten gesehen. Zwischenzeitig hat der Druck auf den Märkten weiter zugenommen. Erste Gegenmaßnahmen der ARGE Rind haben eine stabilisierende Wirkung beim Preis für Rindfleisch gebracht. Auch konnten einige österreichische Molkereien gemeinsam mit ihren Landwirten Maßnahmen zur Reduktion der Anlieferung entwickeln. „Ziel all dieser Maßnahmen ist, Überschusssituationen und damit verbundene Preisrückgänge am Markt zu verhindern. Der zunehmende Druck auf den Agrarmärkten erfordern jetzt aber dringend ein sektorspezifisches Handeln der EU-Kommission – nur sie hat die regulatorischen Möglichkeiten auf den Märkten so einzuwirken, dass ein dramatischer Einbruch der Märkte abgefangen werden kann. Deshalb fordere ich die EU-Kommission auf, jetzt rasch ihre Blockadehaltung aufzugeben und die von Landwirtschaftsministerin Köstinger vorgeschlagene Maßnahmen auf den Weg zu bringen“, so der Bauernbundpräsident abschließend in Richtung EU-Kommission.

- Werbung -
Vorheriger Artikel“Was man jedenfalls mitbringen sollte, ist ein wenig Arbeitsgeist”
Nächster ArtikelAgrar-Terminmarkt 16. April 2020 – knapp freundliche Stimmung, Mais depressiv