Andrea Schwarzmann

Der Corona-Ausbruch hat vieles verändert, Denk- und Verhaltensmuster wurden durchbrochen, die Bedeutung einer verlässlichen, regional produzierenden Landwirtschaft ist verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Dabei ist oft nicht klar, welch großen Anteil Frauen in der Lebensmittelerzeugung und für die ökonomische Entwicklung ihres Landes haben. “Rund 30% der landwirtschaftlichen Produktion in der industrialisierten westlichen Welt werden von Bäuerinnen erbracht. Umso wichtiger ist aus ökonomischer, ökologischer und auch sozialer Sicht die gezielte Förderung und Stärkung der Frauen, damit Maßnahmen zur Ernährungssicherung auch Erfolg haben”, appelliert Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich anlässlich des Weltlandfrauentages am 15. Oktober an die politischen Verantwortungsträger.

Die Einkommenssituation für die land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen bleibt indes schwierig. Der jüngste Grüne Bericht zeichnet kein rosiges Bild, die agrarischen Einkünfte sind 2019 leicht gesunken. Viele Höfe wurden schon aufgegeben. Allein in den vergangenen zehn Jahren waren es in Österreich zirka 25%. “Wir setzen uns für mehr Perspektiven für Frauen und junge Menschen in der Landwirtschaft ein, unter anderem auch, wenn in der Familie keine Hofübernahme oder -übergabe möglich ist”, so Schwarzmann mit Verweis auf die von der ARGE unterstützte Initiative “Perspektive Landwirtschaft”. Denn “eine aktive und nachhaltig betriebene Landwirtschaft sorgt nicht nur für Versorgungssicherheit, sondern ebenso für Umwelt- und Klimaschutz und damit für Lebensqualität”.

Schließlich sichert die Landwirtschaft auch zahlreiche Arbeitsplätze direkt auf den Höfen, aber ebenso in anderen, damit zusammenhängenden Branchen. “Deshalb braucht es bessere Rahmenbedingungen, die die Diversifizierung auf den Bauernhöfen fördert und unsere Bäuerinnen darin bestärkt, neue Projekte umzusetzen und Arbeitsplätze auf den Betrieben zu schaffen”, so Schwarzmann. Außerdem braucht es weiterhin gute Aus- und Weiterbildungsangebote sowie niedrige Einstiegsschwellen in die Investitionsförderung, um Frauen Mut zu machen, in die Diversifizierung einzusteigen und ihre Ideen umzusetzen.

Der Weltlandfrauentag am 15. Oktober (festgelegt 1995 von der FAO – Food and Agriculture Organization of the United Nations) würdigt die wichtige Rolle der Bäuerinnen und Landfrauen in der Gesellschaft. Das weltweite Netzwerk der Bäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die besondere Lebenssituation der Frauen auf dem Land aufmerksam zu machen sowie deren Rolle bei der Ernährungssicherung und beim Umweltschutz zu würdigen.

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  • Schwarzmann C Jan Hetfleisch 7 2: Jan Hetfleisch
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