Schafs-Blöken und Schweine-Geruch als Kulturerbe

Das morgendliche Krähen von Hähnen ist in Frankreich nun gesetzlich geregelt.

Der Hahnenschrei, das Muhen von Kühen und das Blöken von Schafen gehören in Frankreich künftig zum Kulturerbe. Das beschloss das Parlament in Paris am Donnerstag. Wie französische Medien berichten, will die Regierung mit dem Gesetz zum Schutz der Geräusche und Gerüche auf dem Land, dem so genannten „Sinneserbe“, Klagen zugezogener Städter über zu viel Lärm auf dem Land verhindern.

Nach der Nationalversammlung stimmte gestern auch der Senat der Vorlage zu. Der zuständige Agarstaatssekretär Joel Giraud begrüßte den Beschluss. Er meinte, wer auf dem Land wohne, müsse „einige Belästigungen in Kauf nehmen“. In Zuge der starken Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Krise hatten unter anderem viele Pariser die Stadt verlassen, um sich mehr Freiraum zu verschaffen.

Das neue Gesetz erklärt außerdem auch das Läuten von Kirchenglocken, das Zirpen von Grillen und der Geruch von Schweine- und Pferdeställen für charakteristisch ländlich. Das Gesetz ist Folge einer emotionalen Debatte, die in Frankreich durch einige Prozesse gegen angebliche Belästigungen auf dem Land, ausgelöst wurde. Bis in die österreichischen Schlagzeilen hatte es dabei etwa ein Pensionistenpaar geschafft, das auf auf der Atlantikinsel Oleron zugezogen war und sich vom morgendlichen Krähen eines Hahns namens Maurice massiv gestört fühlte. 

(red.V.S.)

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