Rückzug nach fast drei Jahrzehnten in der Politik

Für viele völlig überraschend hat Kärntens LK-Präsident am Dienstag nach zehn Jahren an der Spitze der bäuerlichen Interessenvertretung seinen Ausstieg bekanntgegeben. Auf ihn folgt Siegfried Huber.

Der designierte LK-Präsident Siegfried Huber, LK-Präsident Johann Mößler, Agrarlandesrat Martin Gruber Foto: LK Kärnten/Christoph Gruber

Nach fast 30 Jahren Tätigkeit in der Landwirtschaftskammer, davon neun Jahre als deren Vizepräsident und zuletzt mehr als 10 Jahre als Präsident, will Johann Mößler dieses wichtigte Amt nun in jüngere Hände legen. Auch seinen Posten als Bauernbund-Obmann werde er zurücklegen. Es sei stets seine Einstellung gewesen, „dass derjenige, der die Hauptverantwortung in der Interessenvertretung hat, auch jene im Bauernbund haben soll.“
Als seinen Nachfolger für das Amt des Präsidenten werden die Kammerräte des Bauernbundes einstimmig Kammerrat Siegfried Huber nominieren, sagte Mößler. Gemäß LK-Gesetz gebührt das Amt des Präsidenten der stimmenstärksten Fraktion in der Kammervollversammlung. Der Bauernbund stellt mit 18 Vertreterinnen und Vertretern genau die Hälfte der insgesamt 36 Mandate in der Vollversammlung.
Laut Mößler soll die Amtsübergabe möglichst rasch vollzogen werden. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz teilte er mit: „Es ist eine Lebensentscheidung aus persönlichen Gründen, die mir nicht leicht gefallen ist.“ Im Zuge der Corona-Pandemie sei ihm auch durch Schicksalsschläge in seinem Umfeld klar geworden, wie wichtig die Gesundheit sei und wie sehr seine Familie in den vergangenen zehn Jahren zurückstecken musste. Für ihn sei es „an der Zeit, kürzer zu treten und wieder mehr Zeit der Familie und unserem Bauernhof zu widmen“.
Er habe Landeshauptmann Peter Kaiser am Dienstagmorgen von seiner Entscheidung in Kenntnis gesetzt, so Mößler, und darum gebeten, die Angelobung seines Nachfolgers nach Möglichkeit noch im Juni durchzuführen. Siegfried Huber werde auch die Landwirtschaftskammer-Wahl im November schlagen.

Wer ist der neue Präsident?
Siegfried Huber, 51, Vollerwerbsbauer aus Albern bei Feldkirchen, engagiert sich seit nunmehr 15 Jahren in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer, seit 2016 auch als Vorsitzender der Sozialversicherung der Bauern und ist seit 2019 Vize-Landesleiter der nunmehrigen Sozialversicherung der Selbständigen. Auch besitzt Huber langjährige Erfahrungen als Kommunalpolitiker im Gemeinderat und seit 2015 als Vizebürgermeister von Feldkirchen.
Mößler übergibt ihm jedenfalls „einen gut bestellten Hof“. Unter seiner Führung hat sich die LK Kärnten zu einer modernen Dienstleistungsorganisation weiterentwickelt. Durch eine Struktur-Reform im Jahr 2018 wurden die Zentrale verschlankt und die regionalen Standorte abgesichert. Die Bereiche Bildung und Beratung wurden forciert, generell die Finanzierung der LK in Mößlers Amtszeit solide abgesichert. Zentrale Anliegen seien ihm stets der Schutz des bäuerlichen Eigentums sowie die Stärkung der heimischen Lebensmittel gewesen, betonte der scheidene Kammerchef. Eine umfassende agrarpolitische Bilanz ziehen möchte Mößler aber erst bei der Amtsübergabe.

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AUTORRed. SN
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