Neuer ÖWM-Chef präsentierte seine Vorhaben

Beim Thema Umweltbewusstsein sieht ÖWM-Chef Chris Yorke ein Alleinstellungsmerkmal Österreichs im weltweiten Weinbau.

Chris Yorke, gebürtiger Brite und seit 1. Jänner neuer Chef der Österreich Wein Marketing (ÖWM), hat in den ersten Wochen dieses Jahres sein Team neu aufgestellt. Auf dem diesjährigen Marketingtag der ÖWM im Wiener Austria Center präsentierte Yorke am Mittwoch, den 19. Feburar, vor rund 550 Teilnehmern, darunter zahlreiche Winzer und Vertreter der Weinbaubranche, seine Ideen.

Sein Fokus liege auf Herkunft, internationalen Schlüsselmärkten und nicht zuletzt am Heimmarkt, betonte der neue ÖWM-Chef. Österreichs Weine haben weltweit einen hervorragenden Ruf, stehen für hohe Qualität und höchstes Umweltbewusstsein in der Produktion. In den kommenden Monaten möchte Yorke mit internationalen Marktanalysen sowie unter Meinungsbildnern aus Gastronomie, Handel oder Presse erheben lassen, wie sich diese „positive Wahrnehmung des österreichischen Weins“ weiter stärken lasse. Gerade beim Thema Umweltbewusstsein sieht Yorke ein Alleinstellungsmerkmal Österreichs im weltweiten Weinbau. Nur Italien etwa produziere mehr Bio-Weintrauben als Österreich, das jedoch inklusive Tafeltrauben, weshalb Yorke bereits auf der Suche nach detaillierteren Erntemengenerhebungen ist.

In den vergangenen 15 Jahren betreute Yorke, geboren in England, aufgewachsen in der Schweiz, Neuseelands Weinwirtschaft in Sachen Marketing. Erstmals auf Österreichs Wein aufmerksam wurde er laut eigener Erzählung vor zehn Jahren bei einer Verkostung von Grünem Veltliner in New York. Obwohl strukturell völlig verschieden, habe es ihm Österreichs Weinbau seither angetan. In Sachen Weinbaubaufläche zwar vergleichbar, zählt Österreich zehnmal mehr Weinbaubetriebe als Neuseeland. Dafür exportieren die dortigen Erzeuger 80 % ihrer Weine, während Österreichs Wein zu 80 Prozent im Inland konsumiert wird.

Mit kaum übertreffbaren Marktanteilen beim Wein-Umsatz von 73 % im Einzelhandel sowie 88 % im Gastronomie- und Großhandelsbereich nehmen Österreichs Weine im Inland eine unangefochtene Spitzenstellung ein. Diese gilt es laut Yorke mit konsequentem Herkunftsmarketing und der weiteren Profilierung der DAC-Weinbaugebiete zu verteidigen beziehungsweise in der Wertsteigerung voranzutreiben.

Vermehrt will der ÖWM-Chef auch den Weintourismus forcieren, welcher den Direktverkauf ab Hof stärkt und auch in die Auslandsmärkte strahlt. Dafür biete auch die geografische Nähe der Weinbaugebiete zu Wien eine vielversprechende Grundlage, die kaum ein anderes Land in dieser Form aufweisen kann. „In maximal zwei Stunden Autofahrt bin ich in Österreich in jedem unserer Weinbaugebiete. In Neuseeland brauchte ich dafür zwei Stunden mit dem Flugzeug.“

Detaillierte Angaben über künftige Exportpläne will Yorke erst in einigen Monaten liefern. Und die heimischen Winzer will Yorke mit mehr Service an die ÖWM binden. Noch heuer sollen sie über ihre jeweiligen Bedürfnisse befragt werden. Yorke: „Wir sind nämlich nur dann stark, wenn wir an einem Strang ziehen.“

Die Österreich Wein Marketing GmbH ist eine Servicegesellschaft für die österreichische Weinwirtschaft mit Sitz in Wien. Sie wurde 1986 gegründet. Yorke ist Geschäftsführer Nr. 7 nach Wolfgang Lusak (1986-1989), Engelbert Prassl (1990), Walter Kutscher (1991-1993), Bertold Salomon (1994-2001), Michael Thurner (2002-2006) und zuletzt Willi Klinger (2007-2019). Aufgabe der Wein Marekting-Gesellschaft ist die strategische Unterstützung und Koordinierung von Österreichs Weinwirtschaft in den Bereichen Qualität und Verkauf. 2018 erzielten Österreichs Weinexporteure einen Umsatz-Rekord von 52,6 Millionen Liter Wein im Wert von 170,3 Millionen Euro.

- Bildquellen -

  • UNEINGESCHRAENKTE NUTZUNG OeWM Martin Grabmayer Owm Marketingtag 2020 Jpg: ÖWM/Martin Grabmayer
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