Klima und Schädlinge belasten Einkommen

Der Grüne Bericht gibt alle drei Jahre einen Überblick über Daten, Fakten und die Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft in Oberösterreich. Er ist ab sofort kostenlos verfügbar.

Hiegelsberger und Langer-Weninger präsentierten den 35. Bericht über die wirtschaftliche und soziale Lage der oberösterreichischen Land- und Forstwirtschaft.

Der aktuelle Grüne Bericht deckt den Zeitraum von 2017 bis 2019 ab. Die Auswertungen beruhen auf den Aufzeichnungen von knapp 400 freiwillig buchführenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Oberösterreich. Die landwirtschaftliche Produktion zeigt in diesen Jahren zunächst einen Anstieg des Faktoreinkommens, der jedoch nicht anhielt. 2018 und 2019 brachte für die Bäuerinnen und Bauern wieder rückläufige Einkommen. Wie die untenstehende Grafik zeigt, konnten die Einnahmen in den vergangenen zehn Jahren nicht erhöht werden. Währenddessen sind die Kosten der bäuerlichen Betriebe jedoch stetig angestiegen.

Im mehrjährigen Vergleich liegen die Einkommen der oberösterreichischen Bäuerinnen und Bauern weit über den bundesweiten Werten. So betrugen die Einkommen je Betrieb in Oberösterreich 35.811 Euro bzw. 27.252 Euro je betriebliche Arbeitskraft (bAK). Für Österreich werden auf Betriebsebene 29.045 Euro bzw. 21.862 Euro je Arbeitskraft ausgewiesen. Veredelungsbetriebe wiesen 2019 unter allen Betriebsformen mit 57.164 Euro/bAK die höchsten Einkünfte auf. Marktfruchtbetriebe erzielten 39.708 Euro/bAK und Futterbaubetriebe 20.439 Euro/bAK.

„Die Einkommensschere zwischen den landwirtschaftlich Beschäftigten und Unselbstständigen hat sich in den letzten drei Jahren wieder geöffnet. Während der Verbraucherpreisindex und das allgemeine Lohnniveau laufend steigen, stagniert der Agrarpreisindex. Trotz steigender Produktivität müssen die landwirtschaftlichen Betriebe teilweise wachsen oder neue Einkommensschienen erschließen, um ausreichend Einkommen zu erwirtschaften. Diesen Trend können wir mit öffentlichen Geldern wie der Investitionsförderung zwar abschwächen, aber nicht gänzlich ausgleichen. Dadurch wird aber die grundsätzliche Bedeutung dieser öffentlichen Förderung klar ersichtlich“, so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger.

OÖ mit Abstand stärkstes Bundesland in der Tierhaltung

In der Tierhaltung setzt sich der Trend zu größeren Tierbeständen weiter fort. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegen hierzulande allerdings weiterhin kleine Strukturen vor.
Die Anzahl der Rinder ist abnehmend und beträgt 2019 knapp 541.000 Stück. In Oberösterreich werden circa 160.000 Milchkühe gemolken, die Anzahl der Milch liefernden Betriebe sinkt kontinuierlich und lag Ende 2019 bei knapp 6600 Betrieben.

Der Schweinebestand liegt relativ konstant bei etwa 1,1 Millionen Tiere. Auch in diesem Bereich geht der Trend zu weniger Betrieben mit höheren Beständen. Nur mehr knapp 1800 Betriebe beliefern die Märkte und Verarbeiter.

Eine positive Entwicklung verzeichnet der Hühnersektor. Grund dafür ist die steigende Nachfrage nach hellem Fleisch. Der Gesamtbestand ist auf insgesamt mehr als 3,7 Millionen Hühner angewachsen. Für einige Biobetriebe ist der Einstieg in die Hühnerhaltung eine zukunftssichere Entwicklung, die Tierbestände nehmen im Biobereich von Jahr zu Jahr zu.

Der aktuelle Grüne Bericht 2020 kann online im Internet unter
www.land-oberoesterreich.at (Themen/Land- und Forstwirtschaft/Publikationen/Grüner Bericht) kostenlos bestellt bzw. heruntergeladen werden.

- Bildquellen -

  • Präs. Langer Weninger U. LR Hiegelsberger: Land OÖ
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