Kartoffelmarkt KW 47/2021: Absatzverschiebung durch Covid-Lockdown

Der österreichische Speisekartoffelmarkt präsentierte sich in der Vorwoche noch recht ausgeglichen. Auf der Angebotsseite bleiben die hohen qualitätsbedingten Aussortierungen das zentrale Thema. Fäulnis, Drahtwurmbefall, mechanische Beschädigungen und Co. sorgen für eine schwache Nettoausbeute und entsprechend hohen Aufbereitungsbedarf bei den Packstellen. Mit der Absatzsituation war man bislang durchaus zufrieden.
Die Auswirkungen des bundesweiten vierten Lockdowns auf den Speisekartoffelmarkt lassen sich noch schwer abschätzen. Die Nachfrage im LEH hat sich zuletzt zwar schon belebt, blieb aber bislang deutlich unter den früheren Lockdowns zurück. Die Verkäufe von Schälkartoffeln in die Gastronomie oder auch der Ofenkartoffeln für die Weihnachtsmärkte sind jedenfalls abrupt eingebrochen.

Preislich gab es keine Änderung zur Vorwoche. In NÖ wurden Speisekartoffeln zu Wochenbeginn meist um 18 bis 20 Euro/dt übernommen. Für Partien mit überdurchschnittlich hohen Absortierungen liegen die Preise etwas darunter. Aus Oberösterreich wurden unveränderte Preise von bis zu 25 Euro/dt genannt.

Deutschland: Covid-Maßnahmen bremsen die Preisentwicklung

Der Grundton am deutschen Speisekartoffelmarkt ist weiter stabil bis fest. Allerdings hat sich der Preisanstieg für Lagerware in der letzten Woche wieder etwas abgeschwächt. Die nervöse Lage rund um die Entwicklung der Pandemie verhindert momentan einen stärkeren Preisaufschwung. Zuletzt waren die Absatzzahlen am Inlandsmarkt noch durchaus zufrieden stellend. Vereinzelt spürte man aber in der Gastronomie schon eine gewisse Zurückhaltung der Gäste.
Die Nachfrage aus dem Ausland scheint sich indes zu beleben. Käufer aus Polen, Tschechien und dem gesamten Balkan haben zuletzt vermehrt Interesse an deutschen Speisekartoffeln gezeigt. Das Angebot aus den eigenen Ernten ist in diesen Ländern klein und entsprechend groß scheint heuer der Importbedarf zu sein.
Die Erzeugerpreise haben in der Vorwoche moderat zugelegt. Zu Wochenbeginn wurde im Bundesdurchschnitt für Speiseware meist 16 bis 18 Euro/dt bezahlt.

Martin Schildböck, LK NÖ

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QUELLEH.M.
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