Kartoffelmarkt KW 46/2021: Fast ein Drittel der Ernte muss absortiert werden

Auf dem heimischen Speisekartoffelmarkt laufen die Anlieferungen der Landwirte in gewohntem Umfang. Unverändert hoch bleiben die qualitätsbedingten Aussortierungen. Absortierungen in der Höhe von 30 Prozent, teils auch deutlich darüber, sind heuer leider die Regel.
Die Nachfrage aus dem LEH ist durchwegs zufriedenstellend. Der Absatz an Gastronomie und Großküchen leidet dagegen zunehmend unter den coronabedingten Einschränkungen. Ruhig blieb es auch am Exportmarkt.

Die Preissituation ist unverändert. Angesichts der stark steigenden Produktionskosten drängen Landwirte und auch Packbetriebe nach entsprechenden Preisanpassungen.
In NÖ wurden Speisekartoffeln zu Wochenbeginn meist um 18 bis 20 Euro/dt übernommen. Für Partien mit überdurchschnittlich hohen Absortierungen liegen die Preise etwas darunter. Aus Oberösterreich wurden unveränderte Preise von bis zu 25 Euro/dt genannt.

Deutschland: Preise zogen etwas an

Der deutsche Speisekartoffelmarkt zeigte sich in der Vorwoche freundlich. Die Ernte ist mittlerweile beendet, Partien mit mangelnder Lagerfähigkeit sind weitgehend bewältigt. Für Lagerware konnten bundesweit Aufschläge von 3 bis 5 Euro/dt durchgesetzt werden.
Die Nachfrage stellt sich ruhig und stetig dar. Die jüngsten Werbeaktionen des LEH blieben ohne große Impulse, auch die Sorge aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen drückten etwas auf die Stimmung. Die Nachfrage im Exportgeschäft ist angesichts des gestiegenen Preisniveaus ebenfalls ins Stocken geraten. Hier wird aber mit einer baldigen Belebung gerechnet. Darüber hinaus wird aufgrund von Qualitätsmängeln eine erhöhte Absortierungsquote bei den Lagerkartoffeln erwartet, die das Angebot zusätzlich einschränken könnten. Das erhöht die Chancen auf eine weitere positive Preisentwicklung.
Die Erzeugerpreise haben sich in der abgelaufenen Woche etwas erhöht. Zu Wochenbeginn wurde im Bundesdurchschnitt für Speiseware meist 15 bis 17 Euro/dt bezahlt.

Martin Schildböck, LK NÖ

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