Massive Überflutungen im Süden Deutschlands, Hochwasser in Vorarlberg und entlang der Donau in Ober- und Niederösterreich. Der Starkregen der vergangenen Tage rief schmerzliche Bilder von den Rekordhochwasserereignissen 2002 und 2013 in Erinnerung. Der für Hochwasserschutz verantwortlich zeichnende Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig wiederholte daher sein Bekenntnis zum weiteren Ausbau der Schutzbauten in allen Bundesländern. „Allein heuer investieren wir rund 124 Mio. Euro in Hochwasserschutzprojekte.

Totschnig: „Ohne unsere jahrelangen, kontinuierlichen Investitionen in den Hochwasserschutz hätten viele Familien in Österreich kein sicheres Zuhause.“

Wie notwendig das ist, führen uns Wetterextreme immer öfter vor Augen“, so Totschnig. Dieser Tage seien so „Schäden in Milliardenhöhe“ verhindert worden. „Ohne unsere jahrelangen, kontinuierlichen Investitionen in den Hochwasserschutz hätten viele Familien in Österreich kein sicheres Zuhause“, gab der Wasserminister zu bedenken und betonte: „Jeder Euro, den wir in Hochwasserschutz investieren, macht sich bezahlt. Denn hier geht es um den Schutz der Menschen, deren Häuser, Wohnungen und unserer Betriebe.“ Dank sprach Totschnig all jenen aus, die in den Hochwassergebieten mit anpacken: „Größter Dank gilt allen Einsatzkräften und Freiwilligen, die nach den Extremwetterereignissen helfen und Übermenschliches leisten. Ob Feuerwehr, Rettung, Freiwillige, Polizei, die Kolleginnen und Kollegen der Bundeswasserbauverwaltung, der Hydrographischen Dienste oder der WLV, Respekt vor Eurer Leistung!“

In den vergangenen Jahren habe sich dabei der Fokus der baulichen Maßnahmen hin zu einem „nachhaltigen Hochwassermanagement“ gewandelt. So sind etwa Rückhaltebecken und Gewässervernetzungen wie Altarmanbindungen und Renaturierungen geschaffen worden. „Flüssen wurde dort, wo es möglich ist, wieder mehr Platz gegeben, sie wurden damit nicht nur lebenswerter, sondern auch sicherer gemacht“, so der Minister und ergänzte: „Zum Schutz von Siedlungsgebieten kommen zusätzlich mobile Schutzsysteme zum Einsatz.“ Diese hätten, rechtzeitig errichtet, zuletzt in Linz wieder gute Dienste geleistet.

Schutzmaßnahmen für 15.000 Menschen pro Jahr

Der in den 2000er-Jahren begonnene Weg zum flächendeckenden Hochwasserschutz wurde auch in dieser Legislaturperiode fortgesetzt. So flossen 2022 rund 106 Mio. Euro und im Jahr darauf 120 Mio. Euro aus den Mitteln des Bundes in den Wasserbau. „Damit werden im langjährigen Durchschnitt jährlich mehr als 15.000 Personen und mehr als 3.500 Gebäude besser vor Hochwasser geschützt“, weiß Totschnig. Heuer sollen die zuletzt erneut aufgestockten Mittel 124 Mio. Euro betragen.

Investitionen in allen neun Ländern

In allen Bundesländern könne man laut BML auf eine Erfolgsbilanz zurückblicken. So konnte an der Leiblach in Vorarlberg der Hochwasserschutz bereits 2017 vollendet werden. An drei weiteren Flüssen wurden heuer Schutzmaßnahmen für 13 Mio. Euro getätigt. In Niederösterreich wurden allein im Vorjahr 15 Mio. Euro für Schutzinfrastruktur ausgegeben, zuletzt etwa für die Steinschlichtung am Wienerwaldstausee in Purkersdorf. Auch in Oberösterreich wurden 2023 13 Mio. Euro von Land und Bund für Hochwasserschutz verwendet, etwa für ein Retentionsbecken in der Gemeinde Zwettl. 16 Mio. Euro betrugen die Kosten für die im Vorjahr in der Steiermark verwirklichten Schutzprojekte. In Tirol waren es 17 Mio. Euro, etwa für lineare Schutzmaßnahmen entlang der Ruetz, welche 45 Anwohnern nun Sicherheit bieten. Auch in Kärnten flossen 2023 9,5 Mio. Euro in Sicherheitsmaßnahmen gegen Hochwasser. Hier wurde insbesondere dort in einen 100-jährlichen Hochwasserschutz investiert, wo vergangenen Sommer die Glan über die Ufer trat. Salzburg nahm mit Unterstützung des Bundes 2023 8 Mio. Euro in die Hand, um etwa in Radstadt entlang der Enns Dämme zu sanieren. Und auch im Burgenland und in Wien wurden für 6 beziehungsweise 1 Mio. Euro Sanierungsmaßnahmen und Neuerrichtungen finanziert.

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  • Hochwasser 2013, Mauthausen: Gina Sanders - stock.adobe.com
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AUTORRed. CW
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