Heimischer Markt für Landmaschinen explodiert

Die Covid-Investitionsprämie hinterlässt deutliche Spuren: Laut Statistik Austria wurden im heurigen 1. Halbjahr 4375 Traktoren neu zugelassen, 36 % mehr als im Vergleichszeitraum 2020.  Die Mähdrescherneuzulassungen haben sich sogar fast verdreifacht (mehr hierzu).

Alle Schlepper-Kategorien legten  dabei in Österreich kräftig zu. Die Neuzulassungen der Standardtraktoren stiegen um 38 Prozent auf 3365 Stück, jene der Obst- und Weinbautraktoren um 25 % auf 383 Stück, die der Kommunaltraktoren um 39 % auf 209 Einheiten und jene der “Sonstigen Traktoren” (Quads etc.) um 29 % auf 418 Stück.

Schallmauer von 5500 Standardtraktoren in Reichweite

Per 31. Mai 2021 endete die Einreichfrist für die Investitionsprämie von 7 %. Dass heuer die Schallmauer von 5.500 neu zugelassenen Standardtraktoren durchbrochen wird, ist realistisch. Zuletzt gab es laut Rudolf Dietrich vom Club Landtechnik Austria solch hohe Zahlen 2014, nämlich genau 5434 Einheiten. Seiner Einschätzung nach werden heuer 5600 Standardtraktoren neu angemeldet werden. Vor einigen Wochen hat Dietrich die Vertriebsmanager nach ihren Schätzungen befragt: Sie lagen damals bei 5400 (Johann Gram/Austro Diesel), 5.500 (Franz Baum/Claas), 5.800 (Gunnar Hauser/ Steyr-Case IH) und 6000 Einheiten (Günter Kallus/LTC – John Deere). “Überraschungen sind nicht ausgeschlossen, da aufgrund von Lieferengpässen und Werksschließungen bei den Herstellern erhebliche Lieferrückstände aufgetreten sind”, so Dietrich.

Standardtraktoren: Steyr vor New Holland und Fendt

Nahezu alle Marken konnten die Standardtraktoren-Neuzulassungen gegenüber dem 1. Halbjahr 2020 deutlich steigern. Einen größeren Verlust unter den Top 20 Marken musste nur Kubota einfahren (minus 22 Stück). Laut Stefan Unterweger von Esch-Technik ist dieser Rückgang durch Lieferverzögerungen aufgrund der Covid-Situation sowie durch Modellumstellungen wegen der Euro-5 Motoren-Einführung zustande gekommen.
An der Spitze der Halbjahresstatistik liegt wieder Steyr, heuer mit 722 in Österreich neu zugelassenen Standardtraktoren. Damit konnte die Marke aus St. Valentin um 245 Stück (+51 %) zulegen, mehr als jede andere. Dahinter folgen auf den Stockerlplätzen New Holland und Fendt mit 473 und 415 Einheiten (weitere Marken siehe Tabelle).

Quelle: Club Landtechnik Austria, basierend auf Zahlen von Statistik Austria

 

Obst- und Weinbautraktoren

Laut Statistik Austria entfielen die meisten hierzulande neu zugelassenen Obst- und Weinbautraktoren auf Carraro. 117 Einheiten bedeuten gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahrs ein Plus von 30 Stück (+34 %), kein Mitbewerber konnte absolut derart stark zulegen. Dahinter folgen Fendt (= Nummer 1 der Obst- und Weinbautraktoren-Statistik des Clubs Landtechnik Austria, die keine Traktoren mit vier gleich großen Rädern enthält) mit 75 und Lovol mit 34 Neuzulassungen. Den stärksten absoluten Verlust gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 verzeichnete Holder mit minus 11 Stück und heuer bis dato keiner einzigen Neuzulassung. Auf den Plätzen vier und dahinter liegen: New Holland (31 Stück), Massey Ferguson (24), Deutz-Fahr (16), Pasquali (16), Arbos (14), Landini (12), Case IH (10), Kubota (7), Hattat (5), Same (5), Ferrari (4), Solis (4), Claas (3), John Deere (3), Lamborghini (2) und Valpadana (1). 

Aktualisiert am 15.7.2021

 

- Bildquellen -

  • Standardtraktoren: Club Landtechnik Austria, basierend auf Zahlen von Statistik Austria
  • Traktoren Grafik: Grafik: BZ/Stockinger; Foto: agrarfoto.com; Quelle: Club Landtechnik Austria, basierend auf Zahlen von Statistik Austria
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