Gleichberechtigung bei Wolf-Frage

Der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete NR Hermann Gahr fordert die Senkung des Schutzstatus des Wolfes durch eine Sonderregelung zugunsten der Almwirtschaft.

Der Schutz der Almwirtschaft müsse in Tirol Priorität haben, so NR Hermann Gahr.

Kurz vor Weihnachten verkündete die EU-Kommission, den Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ ändern zu wollen. Dieser erste wichtige Schritt ist aber nur der Anfang. Nun sind die EU-Umweltminister am Zug. Österreich wird hier von der Grünen Ministerin Leonore Gewessler vertreten, die sich schon in der Vergangenheit klar für den hohen Schutzstatus des Wolfes ausgesprochen hat. Für den Tiroler Bauernbund-Abgeordneten Hermann Gahr ist aber klar, dass es hier nicht um ideologische Entscheidungen geht: „Als zuständige Ministerin ist es ihre Aufgabe, im Interesse der Österreicher zu agieren. Populismus hat hier keinen Platz, sondern die Vernunft, Verantwortung und Fakten sind ausschlaggebend. Der Wolf ist schon lange nicht mehr vom Aussterben bedroht, ganz im Gegenteil. Durch die rasche Ausbreitung und Vermehrung wird das Raubtier zu einem immer größeren Problem. Jetzt geht es darum, Farbe zu bekennen und die Bedürfnisse der Landwirtschaft genauso ernst zu nehmen, wie der von angeblich gefährdeten Arten.“

Längst ist auch nicht mehr nur die Landwirtschaft betroffen. „Mittlerweile haben auch der Tourismus, die Freizeitwirtschaft mit der enormen Verbreitung der Wölfe zu kämpfen. Sogar im täglichen Leben der Menschen spielten mittlerweile Wölfe eine Rolle. Risse nahe Wohnsiedlungen oder Wolfssichtungen am helllichten Tag machen vielen Menschen Angst. Erst kürzlich spazierte ein Wolf gemütlich durch ein Dorf in Vorarlberg. All diese Dinge zeigen klar auf, dass die Raubtiere die Scheu vor den Menschen verloren haben. Deswegen braucht es ein Wolfsmanagement mit konsequenter Bejagung. Das geht aber nur, wenn der Schutzstatus gesenkt wird“, betont Gahr.

Die Senkung des Schutzstatus ist auch ein Gebot der Fairness. Denn mehrere Länder in der EU haben eine Sonderregelung. In den Ländern Bulgarien, Estland, Finnland (Rentiergebiet), Griechenland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei und Spanien ist der Wolf in Anhang V gelistet. Das heißt, diese Länder dürfen unter bestimmten Umständen Wölfe entnehmen. „Im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes wäre es nur gerecht, wenn alle Länder eigenverantwortlich bestimmen können, wie sie mit der steigenden Wolfspopulation umgehen. Wir brauchen die Absenkung für die Aufrechterhaltung der Almwirtschaft“, sagt Gahr.

Gahr unterstützt hier klar den Tiroler Landeshauptmann Toni Mattle, der die Umweltministerin bereits aufgefordert hat, für die Senkung des Schutzstatus zu stimmen. „Die EU-Kommission hat eine klare Empfehlung gegeben, diese beruht auf einem langen Prozess. Monatelang wurden Daten aus den Mitgliedsstaaten gesammelt und ausgewertet. Die Meldungen waren hier wohl eindeutig. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Ministerin die Sorgen und Ängste der Bevölkerung auch ernst nimmt. Es geht auch darum, dass so schnell wie möglich eine Entscheidung getroffen wird. Damit wir endlich Rechtssicherheit haben und den Almbäuerinnen und -bauern Planungsperspektive geben können“, so Gahr.

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  • Wolfsrudel: Tomas Hulik – stock.adobe.com
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AUTORred. HP
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