Gefährliche Preisspirale

Kommentar von Wolfgang Wallner
Bauernbund-Direktor Oberösterreich

Bei nahezu jedem Prospekt des Lebensmittelhandels, der fast täglich den Weg in Österreichs Haushalte findet, bekommen die Bäuerinnen und Bauern derzeit Kopfschmerzen. Hochglanz Rabattschlachten und Schleuderpreise auf Kosten der Landwirtschaft, die tief in die wahre Denkweise des Handels blicken lassen. Hier wird um jedes Zehntel-Prozent Marktanteil mit Werbebudgets gekämpft, die für uns unvorstellbar sind.
Im Jahr 2020 steckten alleine die vier größten Handelsketten 530 Millionen Euro in ihre Werbung. Die Schere zwischen den schönen Werbebildern und dem Inhalt der Hochglanzprospekte oder Fernsehspots geht dabei weit auseinander. Wertvollste heimische Lebensmittel werden als Kundenfang zu unglaublichen Spottpreisen angeboten. Zugedeckt wird das von romantischen Landschaften aus Österreich und von Landwirten, die öffentlichkeitswirksam ihre Freude ausdrücken müssen, um auch weiterhin genau an diese Handelskette liefern zu dürfen. Die Produkte ihrer Arbeit, die nach hochwertigsten Kriterien produziert und mit dem AMA Gütesiegel versehen sind, werden jedoch zu Preisen verschleudert, als würden sie in einer ausländischen Großproduktion ohne jeden Standard hergestellt werden. Eine Entwürdigung der heimischen Landwirtschaft.
Es gilt daher, alles daran zu setzen, dieser durch die Rabattschlachten ausgelösten gefährlichen Preisspirale wieder zu entkommen. Denn die Konsumenten wollen auch in Zukunft beste, regionale Qualität. Diese kann aber nicht der Handel, sondern nur die Landwirtschaft garantieren.

wallner@ooe.bauernbund.at 

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  • Wallner: OÖ Bauernbund
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