Eine gemeinsame Aufgabe

Der Landwirtschaftsausschuss des Landtags hat sich am 19. Februar mit der aktuellen Situation rund um Rindertuberkulose (TBC) im Land befasst.

Die jährlichen Tuberkulose-Untersuchungen in den Sonderuntersuchungs- und Sonderüberwachungsgebieten sind fast abgeschlossen. Derzeit sind vier Betriebe in der Region Bregenzerwald, einer im Unterland und sieben im südlichen Landesteil gesperrt. Insgesamt wurden 28 Tiere positiv getestet.

„Dass mehrere Betriebe gleichzeitig gesperrt sind, ist nicht ungewöhnlich. Die Sperre kann sich allein schon dadurch ergeben, dass bei der Feststellung von TBC auch nur bei einem einzigen Tier eines Betriebes eine viermonatige Sperre für den gesamten Tierverkehr bis zur negativen Nachuntersuchung verhängt werden muss“, erklärte Landesveterinär Norbert Greber.

Für großes Interesse sorgte in den vergangenen Wochen der TBC-Fall in einem Betrieb im Bregenzerwald, in dem es letzten Endes zur Tötung des gesamten Tierbestandes kam. Von über 800 untersuchten Kontakttieren wurden nur fünf positiv getestet und es hat keine Weiterverbreitung gegeben. Der Fall gilt als abgeschlossen. 

Daneben wurden auch aktuelle Entwicklungen im Gebiet Bezau-Schönenbach erörtert, wo in den vergangenen Jahren einzelne TBC-Fälle bei Rotwild festgestellt wurden – mit steigender Tendenz. Seither wurde der Abschuss massiv erhöht, zuletzt um 20 Prozent. Nichtsdestotrotz kam es im Jagdjahr 2024/25 zu einem weiteren Anstieg der Fälle. Deshalb wird dort noch heuer ein Bekämpfungsgebiet gemäß Rotwild-TBC-Verordnung eingerichtet. Weitere Maßnahmen sind die Erhöhung der Abschusszahlen, Vorlageberichte gemäß TBC-Verordnung und die Errichtung von Regulierungsgattern, sollten die Abschüsse nicht rechtzeitig erhöht werden können.

Auch südlich der Ill sind erstmals Infektionen aufgetreten. Mittlerweile wurden landesweit mehr als 900 Stück Rotwild untersucht, davon wurden 85 positiv getestet.

Maßnahmen der Landwirtschaft 

Die Landwirtschaft setzt ebenfalls Maßnahmen, um die TBC-Bekämpfung weiter voranzutreiben, etwa durch den Verzicht auf Frühjahrsviehausstellungen und überregionale Schauen. Zudem werden Rinder und Kühe vor den Viehversteigerungen freiwillig untersucht. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Umsetzung des 12-Punkte-Plans für die Alpung und auf der Ausweitung der Untersuchungen der Nutztiere in Sonderuntersuchungsgebieten.

„Die TBC-Bekämpfung ist eine gemeinsame Aufgabe, die wir auch nur gemeinsam bewältigen können. Gerade jetzt ist es entscheidend, dass wir nicht mit erhobenem Finger aufeinander zeigen, sondern weiterhin entschlossen und vor allem gemeinsam handeln. Die Jagd ist aktuell gefordert, nicht nur die Abschusspläne zu erfüllen, sondern aktiv Seuchenbekämpfung zu betreiben. Auch die Grundbesitzer tragen als Verpächter eine große Verantwortung. Ebenso haben die Behörden ihre Aufgaben ernst zu nehmen“, betonte Landesrat Christian Gantner.

- Bildquellen -

  • Fleckvieh: agrarfoto.com
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AUTORRed. SN
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