Mit über 1800 Mitgliedern ist die JB/LJ Bezirk Lienz die größte Jugendorganisation im Bezirk. Die Jungbauernschaft/Landjugend arbeitet für die Osttiroler Jugend, um sicherzustellen, dass unsere Heimat auch in Zukunft lebenswert bleibt. In der Vergangenheit wurden wichtige Themen wie regionales Einkaufen sowie der Wert unserer heimischen Lebensmittel, die Altbausanierung, das Müllproblem und vieles mehr in den Mittelpunkt gerückt. Jetzt brennt das Thema Wolf unter den Nägeln, denn es geht nicht nur um die Existenzen unserer Bauernfamilien, sondern auch um den Tourismus in Osttirol.

Leider wird das Thema Wolf gerade in den sozialen Medien äußerst emotional diskutiert. Jeder, der eine Meinung dazu abgibt, wird mit einem Stempel versehen. Die JB/LJ Bezirk Lienz mit den Bezirksobleuten Simon Staller und Manuela Leiter stellt die Problematik nun aus ihrer Sicht dar.

„In Gesprächen mit Vereinsmitgliedern, Freunden und Bekannten hört man eines sehr deutlich heraus: Die Sorge ist groß! Das beginnt bei den Jungbauern, die überlegen, ob sie ihre Schafe, Ziege und Kühe heuer überhaupt auf die Alm bringen können“, berichtet Bezirksobmann Simon Staller aus Matrei. 

Schutzmaßnahmen sinnvoll?

Von Seiten des Landes wird empfohlen, die Tiere mit Elektrozäunen zu schützen. Weiters soll das Vieh in der Nacht im Stall untergebracht werden. Wer aber die Situation vieler unserer Weidehalter kennt, der weiß, dass dies kaum umsetzbar bzw. zuzumuten ist. 

Die Problematik beim Herdenschutz geht aber noch viel weiter. Da eine Einzäunung auf vielen Almen gar nicht denkbar ist, bleibt nur die Möglichkeit, die Herden mittels Herdenschutzhunden zu schützen. Ohne hier auf die ganze Kostenproblematik einzugehen, bleibt auch noch ein anderes nicht unwesentlicheres Problem, nämlich der Tourismus! Können Touristen in Zukunft noch ohne weiteres in unseren Bergen wandern? Von den notwendigen Herdenschutzhunden geht nämlich eine weitere Gefahr aus. Ganz zu schweigen davon, wie unsere Almen und Berge aussehen, wenn sie nicht mehr von den Nutztieren abgegrast werden. 

Weitreichende Folgen, nicht nur für Jungbauern

„So kann sich nun jeder selbst die Frage stellen, ob ein Miteinander von Landwirtschaft, Tourismus und Wolf in Osttirol möglich ist. Wollen wir weiterhin gepflegte Almlandschaften, die auch touristisch genutzt werden können?“, gibt Bezirksleiterin Manuela Leiter zu bedenken. Eine Ausbreitung des Wolfes hat zur Folge, dass die Bauern früher oder später die Almen nicht mehr bewirtschaften. So kommt es zu einer kompletten Verwilderung der Almen und in der Folge wahrscheinlich auch ganzer Talschaften. Die Auswirkungen für die Bevölkerung sind weitreichend. Dazu zählen fehlender Erosionsschutz durch nicht beweidete Gebiete. Mangelnde Photosynthese-Leistung und weniger CO2-Bindung treiben den Klimawandel voran. Schließlich fehlen unsere regionalen Produkte in gewohnter Qualität.

„Die Jungbauernschaft/Landjugend Bezirk Lienz ist klar gegen eine Ausbreitung des Wolfes im Bezirk und fordert eine zeitnahe Lösung des Problems!“, beziehen die Bezirksobleute Stellung. „Denn hier geht es um unsere Bauernfamilien, Hofübernehmer sowie den Osttiroler Tourismus und nicht zuletzt um die gesamte ländliche Bevölkerung.“

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  • JB 02 22: TBZ
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