
Ich bin dankbar für die Zustimmung und gehe mit viel Freude aber auch mit der nötigen Portion Demut in meine zweite Amtsperiode“, freut sich Herbert Sieghartsleitner.
Als eine der ersten Gratulanten stellte sich Agrar- und Jagdlandesrätin Michaela Langer-Weninger ein: „Mit großem Engagement und Handschlagqualität setzt sich Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner für eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Jagd in Oberösterreich ein. Seine Verlässlichkeit und sein Gespür für den Ausgleich zwischen Jagd und Grundeigentum haben maßgeblich zur Weiterentwicklung des oberösterreichischen Jagdrechts beigetragen. Ich freue mich über die Fortsetzung dieser vertrauensvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit.“
Oberster Vertreter für 21.500 Jäger
Für den frisch wiedergewählten Landesjägermeister ist das deutliche Votum im Landesjagdausschuss mit 94,29 Prozent vor allem aber auch eine klare Bestätigung des in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Kurses: „Mir war es immer wichtig, diesen durchaus schmalen Grat zwischen Tradition und Moderne zu gehen. Als Jägerschaft müssen wir uns einerseits unserer Traditionen und Werte bewusst sein, diese bewahren und auch leben – andererseits muss sich die Jagd auch öffnen und entsprechend zeitgemäß weiterentwickeln“, ist Sieghartsleitner überzeugt.
“Herbert Sieghartsleitner hat ein Gespür für den Ausgleich zwischen Jagd und Grundeigentum.” Michaela Langer-Weninger
Dass dieser eingeschlagene Weg unter der Ägide von Sieghartsleitner durchaus Anklang findet, widerspiegle sich vor allem im regen Zulauf: „Von einem Nachwuchsproblem sind wir weit weg. Die Zahl der Jungjäger steigt stetig, noch nie gab es in Oberösterreich so
viele Jägerinnen und Jäger, nämlich 21.500“, berichtet der oberste Jäger des Landes.
Sieghartsleitner dazu: „Es gelingt uns offensichtlich immer besser, von unserer vielfältigen Arbeit ein realistisches und positives Bild in der breiten Öffentlichkeit zu zeichnen und so entsprechend viele Landsleute nachhaltig für die Jagd zu begeistern. Wir sind als aktive Jäger besonders naturverbunden und vor allem auch aktive Naturschützer. Diese essentielle Botschaft gilt es weiter in die Welt hinauszutragen.“
Besonders erfreulich sei auch, dass neben den Jungjägern auch der Anteil der Frauen stetig steige. Zur Unterstützung der Jägerinnen wurde in der Landesjagdausschuss-Sitzung ein Jägerinnenbeirat unter der Leitung von Elfriede Mayr (BJM-Stv. Linz-Land) beschlossen.
Zur PersonDer nunmehr wiedergewählte Landesjägermeister Sieghartsleitner übt seit vielen Jahrzehnten die Jagd in seiner Heimatgemeinde Molln aus, ist seit 30 Jahren Jagdleiter der Genossenschaftsjagd dort, war von 2007 bis 2019 Bezirksjägermeister von Kirchdorf und von 2013 bis 2019 Landesjägermeister-Stellvertreter. Er gilt als bodenständig, geradlinig, hat das Jagdhandwerk von der Pike auf gelernt und sieht darin eine ureigenste Lebenshaltung.
Jäger- und Bauernschaft: „Es geht nur gemeinsam“
Die Nachwuchsarbeit und der positive „Außenauftritt“ seien aber nur zwei von etlichen Schwerpunkten, die der alte und neue Landesjägermeister auch in seiner zweiten Amtszeit weiter verfolgen wolle. „So ist etwa der Klimawandel einer der großen Herausforderungen für die Jägerschaft. Die klimatischen Veränderungen fordern Wald und Flur, Wildtiere, aber auch Land- und Forstwirtschaft sowie die Jagd enorm“, erläutert Sieghartsleitner.
“Die klimatischen Veränderungen fordern Jäger- und Bauernschaft gleichermaßen.” Herbert Sieghartsleitner
Es brauche in diesem Bereich ein Umdenken: „Wir sehen in einer intelligenten, wildökologischen Raumplanung sowie einem intensiven Forst-Jagd-Dialog große Chancen für die Erhaltung unserer heimischen, artreichen Natur. Aber es wird nur gemeinsam gehen. Alle beteiligten Player müssen hier an einem Strang ziehen. Wir dürfen in diesem Bereich als Jä-gerschaft nicht alleine in die Verantwortung genommen werden.“
Dass Jagd viel mehr sei, als der den Jägern oft attestierte Trophäenkult oder die Lust am Töten, sind die Kernbotschaften des Landesjägermeisters. „Jagd erfordert auch Verantwortung. Die oberösterreichischen Weidmänner und -frauen haben verschiedenste Zugänge und Ausrichtungen, sollten sich aber in ihrem Tun immer der Verantwortung für die heimischen Wildtiere und deren Lebensräume wie Wiese, Feld und Wald bewusst sein. Jagd muss einem zeitgemäßen Tierschutzverständnis und ethischen Werten entsprechen. Unser Hauptaugenmerk gilt einer schrittweisen Lösung und Anpassung der Herausforderungen zwischen Tradition und aktueller Notwendigkeit. Außer Streit stehen muss auch, dass Wildtiere ihre Lebens- und Nutzungsberechtigung in unserer Kulturlandschaft haben“, so Sieghartsleitner.
Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung
Als zukünftige Arbeitsthemen nennt Sieghartsleitner die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterbildung der Jägerschaft. Ebenso möchte er den Kontakt und den Konsens mit der nichtjagenden Bevölkerung weiter verbessern und intensivieren: „Die Jagd hat dann ihre Legitimation, wenn das Tun nachvollziehbar ist und sinnstiftend erklärt werden kann. Es ist wichtig, immer im Sinne des Wildes und des Lebensraumes zu jagen. Vor diesem Hintergrund wird der Jagdethik ein besonderer Stellenwert zukommen. Auch die Einbringung im Dachverband „Jagd Österreich“ spielt eine wesentliche Rolle, wenn es um länderübergreifende Themen und Kooperationen geht“, so Sieghartsleitner.
Das Jagdjahr hat mit 1. April begonnen
Das Jagdjahr hat in Oberösterreich traditionell mit 1. April begonnen. Zur Anwendung kommt eines der modernsten Jagdgesetze des Landes sowie die darauf aufbauenden drei Verordnungen. „Nach der umfassenden Jagdreform 2024 gibt es auch in diesem Jahr eine Neuerung: Seit kurzem ist die Oö. Federwildmanagement-Verordnung in Kraft. Sie stellt ein praxisorientiertes Instrument zur Verfügung, um Situationen zu bewältigen, in denen landwirtschaftliche Flächen beschädigt oder öffentliche Plätze durch Federwildarten derart verschmutzt wurden, dass eine Nutzung nicht mehr möglich ist“, erklärt Langer-Weninger.
LandesjagdvorstandAuch die beiden Landesjägermeister-Stellvertreter Andreas Gasselsberger (BJM von Ried) und Volkmar Angermeier (BJM von Eferding) sowie die weiteren vier Vorstandsmitglieder Martin Eisschiel (BJM von Rohrbach), Johann Priemaier (BJM von Braunau), Josef Rathgeb (BJM von Urfahr) und die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ Rosemarie Ferstl sind mit großen Mehrheiten in ihrer Funktion bestätigt worden.
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- 2025 03 28 Presseunterlagen Wahl Vorstand Peter Mayr.: Peter Mayr