Kein Anlass für „Hamsterkäufe“

Lebensmittelwirtschaft, Gemeinschaftsverpfleger und Landwirte arbeiten auf Hochtouren, um die Versorgung in Österreich aufrecht zu erhalten. Hilfe wird speziell im Einzelhandel gebraucht.

Die Regale wie auch die Lager des heimischen Handels sind gut gefüllt, und die Landwirtschaft produziert laufend Nachschub.

Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wird von Österreichs Bäuerinnen und Bauern, obwohl das ganze Land heruntergefahren wurde, weiterhin sichergestellt. Es bestehe derzeit kein Grund zur Sorge, dass es zu Einschränkungen kommen wird. Das betonen alle verantwortlichen Stellen, darunter auch das Landwirtschaftsministerium mit Nachdruck, um Menschen von unnötigen Hamsterkäufen in Supermärkten abzuhalten. Nach wie vor kursieren in den Sozialen Medien nämlich Fotos von leer geräumten Regalen. Verkäufer und Lieferanten arbeiten auf Anschlag.

Um keine Panik aufkommen zu lassen, informiert das Landwirtschaftsministerium laufend auch auf seiner Homepage über die aktuelle Entwicklung (www.bmlrt.gv.at).
Generell verfügt Österreich über ein hohes Produktions- und Versorgungsniveau. Zu Hamsterkäufen besteht kein Anlass. Der Selbstversorgungsgrad bei Rind- und Kalbfleisch liegt bei über 140 Prozent. Bei Milch und Milchprodukten bei rund 125 Prozent. Bei Getreide und Eiern liegt der Selbstversorgungrad bei rund 86 Prozent. In manchen Lebensmittelkategorien sind zwar Importe notwendig. Lkw-Staus an den für den Personenverkehr vielfach längst gesperrten Grenzen müssten deshalb vor allem für Lebensmitteltransporte unbedingt vermieden werden, erklärte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Um solche Staus zu vermeiden, sollen Extraspuren für Lkws eingerichtet werden, um Warenlieferungen möglichst wenig zu verzögern.

Besonders nachgefragt werden aktuell Konserven und Teigwaren, informiert der Fachverband der Lebensmittelindustrie. Man brauche sich aber keine Sorgen zu machen. Mehl, Zucker und Teigwaren seien in ausreichenden Mengen vorhanden, wird betont
Auch die Versorgung von Österreichs Krankenhäusern und Pflegeheimen sei gewährleistet, versichert der Dachverband der österreichischen Gemeinschaftsverpfleger. Weil man ohnehin schon bisher auf Regionalität beim Lebensmittelkauf gesetzt hat, werde es zu keinen Engpässen in Spitälern und Heimen kommen.

Um diese Versorgungsleistung weiterhin aufrecht zu erhalten, arbeiten 130.000 landwirtschaftliche Betriebe und rund 500.000 Beschäftigte im Lebensmittelsektor auf Hochtouren. Die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie zählen in der Sicherheitspolitik zur kritischen Infrastruktur. Landwirte, Verarbeiter und Handel müssen ungehindert arbeiten können. Deshalb bleiben auch Lagerhaus-Agrarstandorte und -Fachwerkstätten geöffnet, um Betriebsmittel und agrarischen Fachbedarf und damit die Lebensmittelproduktion zu sichern.

LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger erklärte bei einem Sondergipfel der Sozialpartner: „Wir setzen alles daran, unsere Bevölkerung optimal zu versorgen.“ Österreichs Landwirtschaft erweise sich dabei als sehr krisenfest. Und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger betont: „Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir uns über die eigene landwirtschaftliche Produktion versorgen Können“. Bauernbund-Präsident Georg Strasser versichert: „Unsere Bauernfamilien tun derzeit alles, um gesunde Lebensmittel für alle zu erzeugen.“

Faktencheck Lebensmittel

• Von Lebensmitteln und Trinkwasser geht keine Gefahr durch das Coronavirus aus.
• Der Verein „Land schafft Leben“ hat errechnet: Österreichs Landwirtschaft stellt etwa 3.750 Kalorien pro Tag und pro Kopf zur Verfügung. Dieser Wert liegt weit über dem durchschnittlichen Tagesbedarf (Frauen: 2.000 Kalorien; Männer: 2.500 Kalorien).
• Der menschliche Körper braucht drei Grundstoffe: Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln), Eiweiß (Milch, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte) und Fette (Butter und Öl).
• Der Lebensmitteleinzelhandel ist aktuell besonders gefordert. Die Warenversorgung ist dank voller Lager kein Problem. Die großen Handelsketten suchen aber händeringend nach Mitarbeitern. Das Bundesheer unterstützt bereits die Konzerne REWE und SPAR beim Nachschub und auch beim Nachschlichten von Lebensmitteln.

Eva Zitz

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