Grüner Bericht: Bäuerliche Einkommen 2021 gestiegen

Das erste Mal seit 2017 gibt es bei den durchschnittlichen Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft ein Plus. Rund 15 % mehr Einkommen hatten heimische Betriebe im Post-Coronajahr 2021, im Vergleich zu 2020. Maßgeblich dafür waren höhere Produktpreise und die Covid-19-Hilfen. Positiv entwickelte sich im vergangenen Jahr auch der Agrar-Außenhandel. Gleichzeitig stünden einzelne Sparten aufgrund der gestiegenen Betriebsmittelkosten und des Klimawandels zunehmend unter Druck.

Die positive Entwicklung bei den Einkommen sei auf drei Faktoren zurückzuführen. Auf die Covid-Unterstützungen, Preisanstiege bei agrarischen Produkten, nach Jahren der gedämpften Preissituation sowie dem steigenden Export von österreichischen Qualitätsprodukten, vor allem bei Milch, Fleisch und Getränken.

“2021 war ein weiteres turbulentes Jahr. 2022 wird aufgrund der Teuerung noch herausfordernder. Dennoch ist die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert – auch in Krisenzeiten. Umso wichtiger ist es, unsere Bäuerinnen und Bauern weiter zu stärken”, so Bundesminister Norbert Totschnig.
 

Langfristig stagnieren bäuerliche Einkommen nach wie vor

Durchschnittlich hat das Einkommen um 15 Prozent auf 32.150 Euro je bäuerlichen Betrieb zugenommen. Das ist eine positive Entwicklung aber kein Grund für Euphorie”, erklärt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Im Zehnjahresvergleich zeige sich nach wie vor Stagnation.

Während andere Berufsgruppen eine kontinuierliche Steigerung verzeichnen, steht die bäuerliche noch nicht einmal bei den Einkommen, die die 2012 hatten. Das Einkommen ist aber die Voraussetzung dafür, dass unsere Betriebe betriebliche Umbauarbeiten für mehr Tierwohl, Klimaschutz und Biodiversität stemmen können“, so der Minister weiter. 

Landwirtschaftlicher Produktionswert und Wertschöpfung 2021 gestiegen

Der primäre Sektor trug 2021 rund 1,2 % zur Bruttowertschöpfung bei, der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug 2021 rund 10,9 Mrd. Euro und verzeichnete ein Plus von  16,5% im Vergleich zum Vorjahr. Davon entfielen 8,5 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 2,4 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft.

  • Der Wert der pflanzlichen Erzeugung erhöhte sich 2021 um 21 % auf rund 4,0 Mrd. Euro. Zurückzuführen war dieser Zuwachs vor allem auf einen Anstieg der Erzeugerpreise. Die Preiszuwächse betrafen fast alle pflanzlichen Produktgruppen, mit den höchsten Zuwachsraten bei Getreide und Ölsaaten. Beim Frischobst wurde das rückläufige Produktionsvolumen durch höhere Preise kompensiert, demgegenüber waren bei Hackfrüchten deutliche Preiseinbußen zu verzeichnen.
  • Der Wert der Tierischen Produktion lag 2021 mit rund 3,7 Mrd. Euro um 4,0 % über dem Wert von 2020. Der Produktionswert von Rindern stieg um 8,8% auf rd. 0,83 Mrd. Euro infolge höherer Erzeugerpreise bei einem stabilen Erzeugervolumen. Der Wert der Schweineproduktion blieb bei einem leicht rückläufigen Produktionsvolumen und neuerlich gesunkenen Preisen um 6,2% unter dem Vorjahresergebnis. Der Wert der Milchproduktion erhöhte sich bei einem stabilen Produktionsvolumen um 5,4% auf rd. 1,47 Mrd. Euro. Über dem Vorjahresergebnis lagen auch die Produktionswerte von Geflügel (+4,7%) und Eiern (+5,8%). 
  • Der Produktionswert der Forstwirtschaft stieg 2021 um 38,2% auf rund 2,4 Mrd. Euro. Die Nachfrage nach Sägerundholz und Frischholz für das Baugewerbe war hoch.

Steigerungen beim Außenhandel
Wie der Gesamtaußenhandel entwickelte sich auch der österreichische Agraraußenhandel im Jahr 2021 positiv. Die Exporte erhöhten sich um 8,5% auf 13,84 Mrd. Euro, die Importe um 8,8% auf 13,88 Mrd. Euro. Das agrarische Handelsbilanzdefizit betrug lediglich 4,4 Mio. Euro – die Deckungsquote ist mit 99,7% annähernd gleichgeblieben. Beim Handel mit agrarischen Produkten waren die EU-Staaten Österreichs wichtigste Handelspartner (DE, IT, NL, HU). Aus den Reihen der Drittstaaten waren dies die USA, die Schweiz, die Türkei sowie China.

Der Grüne Bericht 2022 steht hier zur Verfügung.

- Bildquellen -

  • Bundesminister Totschnig: BML/BKA Dunker
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