Dorferneuerung: Neues Leben für den “Kasperhof”

Der „Kasperhof“ in Patsch ist ein Beispiel für eine erfolgreiche Revitalisierung alter Bausubstanz. Nun sind dort modernes Wohnen und Arbeiten mit historischem Flair möglich.

Besuch in Patsch: LR Johannes Tratter (li.) gratuliert Eigentümern und Architektenteam zur gelungenen Revitalisierung des „Kasperhofes“.
Besuch in Patsch: LR Johannes Tratter (li.) gratuliert Eigentümern und Architektenteam zur gelungenen Revitalisierung des „Kasperhofes“.

Seit über 30 Jahren widmet sich die Dorferneuerung der Stärkung und Erneuerung dörflicher Strukturen in Tirol. In Patsch konnten Bauherren und Architekten Gertrud Tauber und Andreas Semler sowie vier Miteigentümer mithilfe der Landesförderung den seit rund 20 Jahren leerstehenden „Kasperhof“ generalsanieren.

Im Zuge einer substanzschonenden Runderneuerung entstanden drei Wohnungen und eine Büroeinheit für das Architektenteam. „Hier wurden modernste Baustandards mit historischem Flair vereint“, würdigt LR Johannes Tratter bei einem Besuch in Patsch das gelungene Projekt: „Am ‚Kasperhof‘, der achtsam saniert wurde, zeigen sich die Chancen der Ortskernrevitalisierung. Das fast 400 Jahre alte Gebäude steht nun wieder für zeitgemäßes Leben und Arbeiten zur Verfügung.“ Die Leistung bestehe jedoch nicht nur darin, ein einzelnes Haus vor dem Verfall zu bewahren, sondern im Erhalt eines Stückes Heimat, beschreibt der für Dorferneuerung zuständige Landesrat seine politische Zielsetzung.

Baukulturelles Erbe aus dem 17. Jahrhundert

Die Errichtung des „Kasperhofes” weist in das frühe 17. Jahrhundert zurück. Das Haus befindet sich im Ortskern von Patsch und steht unter Ortsbildschutz. Der Hof besticht in seiner bäuerlichen Einfachheit mit besonderem Flair, räumlichen Qualitäten, klaren Proportionen und einer gewissen Zeitlosigkeit. Mit seiner prägenden Kalkputzfassade, den Kastenfenstern und der Stadlverschalung ist der alte „neue“ Kasperhof wieder ein lebendiges Schmuckstück im Zentrum von Patsch.

Ortskerne beleben, Wohnraum schaffen

Projekte der Ortskernrevitalisierung finden sich heute bereits in 70 Tiroler Gemeinden. Mit Unterstützung der Dorferneuerung wurden vielerorts in Tirol bisherige Leerstände, die das Ortsbild beeinträchtigen, in attraktive Wohn- und Wirtschaftsflächen für die Bürgerinnen und Bürger umgewandelt. Für LR Tratter, zu dessen Agenden auch die Raumordnung zählt, eine wichtige Leistung: „Revitalisierung von Ortszentren und qualitätsvolle Verdichtung nach innen bringt einen klaren Mehrfachnutzen. Zentraler Wohnraum wird geschaffen, Baulandreserven auf der grünen Wiese sowie Erschließungskosten werden eingespart und es kehrt wieder neues Leben im Dorf ein.“

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