Erste Vorstellungen der Europäischen Kommission zu strengeren Anforderungen für zukünftige Holz-Heizgeräte sind durchgesickert. Sie würden vor allem die Hersteller kleiner Holzöfen vor Herausforderungen stellen. 

Heizen mit Holz hat viele Vorteile: So können fossile Energieträger samt den mit ihnen verbundenen CO2-Emissionen eingespart werden, regionale Wertschöpfung erhöht und die Abhängigkeit von Exporten verringert werden. Kleine Holzfeuerungen, wie Kaminöfen, stehen aber auch in der Kritik. Dabei geht es insbesondere um den bei der Verbrennung entstehenden Feinstaub und die damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen. Europäische Regularien wie die Ökodesign-Richtlinie sollen diesbezüglich weiter verschärft werden. Diese Rahmenbedingungen sowie technische Möglichkeiten zur Reduktion der Belastung, samt den wirtschaftlichen Auswirkungen, standen beim Fachgespräch „Partikelabscheider in häuslichen Feuerungen“ am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing (D) mit rund 90 Experten im Fokus.

“Der Vortrag von Patrik Huth von der Deutschen Umwelthilfe hat gleich zu Beginn deutlich gemacht, dass die Pläne der Europäischen Kommission einer Pflicht zur Verwendung eines Staubabscheiders bei neu verkauften Holzöfen gleichkommen würden”, berichtet das TFZ. Denn nicht nur die Staubgrenzwerte sollen verschärft werden, es soll auch ein neuer realitätsnäherer Prüfzyklus für die Gerätezulassung verwendet werden. Dieser Zyklus bestehe aus sieben vollständigen Abbränden und soll auch die Kaltstartphase und einen Teillastbetrieb miteinbeziehen. Weil neben den strengeren Staubemissionen gleichzeitig auch noch drastische europäische Verschärfungen bei den gasförmigen Abgaskomponenten wie Kohlenstoffmonoxid und Kohlenwasserstoffe angekündigt wurden, müssten zusätzlich zu den Staubabscheidern wahrscheinlich auch noch Abgaskatalysatoren verbaut werden.

Die Sorgen der Ofenindustrie angesichts solcher möglichen Verschärfungen war im Fachgespräch deutlich zu spüren. „Unter den anwesenden Herstellern der Staubabscheider hätte man Begeisterung vermuten können, das Gegenteil war jedoch der Fall“, stellt Hans Hartmann, Abteilungsleiter Biogene Festbrennstoffe am TFZ fest. Die Industrievertreter machten nämlich deutlich, dass die notwendigen Kostensenkungen nur durch hohe Produktionsmengen realisierbar wären. Diese seien aber mit der “geringen Zahl an Abscheidern für neu verkaufte Holzöfen” nicht zu erreichen. 

E-Filter kostet rund 3000 Euro

Auch Josef Rathbauer, Abteilungsleiter für den Bereich “Biogene Rohstoffe” an der HBLFA Francisco Josephinum, geht davon aus, dass die vorliegenden Pläne einer Pflicht zur Verwendung eines Staubabscheiders bei neuen Holzöfen gleichkommen. Wann und mit welchen genauen Inhalten die überarbeiteten Ökodesign-Richtlinien für „local space heaters“ (Öfen, Raumheizer) und „solid fuel boilers“ (Heizkessel) beschlossen werden, steht indes noch in den Sternen. “Die seitens der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschläge enthalten dramatische Verschärfungen bei den Emissionsgrenzwerten. Das für 12. Februar 2025 terminisierte 2. Consultation Forum wurde kurzfristig abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben”, so Rahtbauer auf Anfrage der BauernZeitung.  Und im Hinblick auf mögliche Kosten: “Ein E-Filter als Nachrüstung kostet rund 3.000 Euro. Dazu kommt noch die Wartung und Reinigung als zusätzlicher Aufwand bzw. Ausgabepositionen”.

Aktualisierte Fassung von 25.2.2025.

- Bildquellen -

  • Heizen Mit Holz: agrarfoto.com
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AUTORMichael Stockinger
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