Milch ist für viele täglicher Begleiter – vom Frühstück bis zur Jause. In Tirol hat die Milchwirtschaft besondere Bedeutung: Viele Flächen können wegen Klima, Böden und steiler Hanglagen nur als Grünland genutzt werden. Rinder, Schafe und Ziegen machen daraus hochwertige Lebensmittel.
Milch erhält Kulturlandschaft
„Milch ist ein Kulturgut. Sie ist echtes Naturprodukt und wertvoller Rohstoff zugleich“, betont LK-Präsident NR Josef Hechenberger. Die Milchwirtschaft halte Almen offen, sichere die Bewirtschaftung steiler Flächen und trage zur Artenvielfalt bei. Wer gepflegte Kulturlandschaft und regionale Lebensmittel wolle, müsse bewusst zu heimischen Milchprodukten greifen.
Tirols Milch in Zahlen
3.907 Milchviehbetriebe: 65.341 Milchkühe/durchschnittlich 16 Milchkühe pro Betrieb
1.692 Milchschafe: 693.720 Kilogramm Rohmilch
6.772 Milchziegen: 5.136.018 Kilogramm Rohmilch
461.961 Tonnen Rohmilch wurden 2025 produziert, davon werden
377.964 Tonnen an Molkereien und Käsereien geliefert
32.300 Tonnen finden Verwendung in der Direktvermarktung
44.394 Tonnen werden zur Verfütterung an die Kälber benötigt
Gleichzeitig verweist die LK Tirol auf die angespannte Lage vieler Betriebe: Der Preis für Qualitätsmilch ist im Jahresvergleich um rund 23 Prozent gesunken, während Produktionsmittel teurer wurden. Für die bäuerlichen Familienbetriebe brauche es faire Preise und verlässliche Partnerschaften, fordert daher Präsident Hechenberger.
Natürliches Eiweiß aus Milch
Auch der aktuelle Protein-Trend war Thema. Der Tiroler Krafttrainer Gerhard Außerlechner sieht heimische Milchprodukte als natürliche Eiweißquelle: „Für den Erhalt und Aufbau der Muskeln, braucht es Eiweiß. Diesen Bedarf können wir auch mit heimischen Milchprodukten wie Buttermilch, Topfen oder Käse decken.“
Sein Tipp: Buttermilch mit etwas Zitrone. Das mache munter, eigne sich als Zwischenmahlzeit und verbinde Ernährung mit Genuss.
Qualität wird kontrolliert
Thomas Schweigl, Obmann von Rinderzucht Austria, verweist auf die hohen Standards der Tiroler Milchproduktion. Die Betriebe arbeiten gentechnikfrei, Lebensmittelsicherheit und Hygiene haben oberste Priorität. „Einmal im Monat wird von jeder Tiroler Milchkuh eine Milchprobe genommen. Ebenso laufen bei der Milchabholung Probenshuttle mit, um die durchgehend hohe Qualität sicherzustellen“, so Schweigl.
Eine erfolgreiche Milchproduktion basiere maßgeblich auf leistungsfähiger Rinderzucht. „Wir arbeiten kontinuierlich an der züchterischen Weiterentwicklung sowohl ökologischer als auch ökonomischer Parameter in unseren Betrieben. Organisationen wie Landeskontrollverband, ZuchtData und die Rinderzuchtverbände arbeiten dabei eng mit den Tiroler Bauernfamilien zusammen. Sie stellen wichtige Daten bereit und treiben Forschungsprojekte voran."
Der Fortschritt stehe im Vordergrund: "Der Fokus liegt zunehmend auf Digitalisierung, modernen Management-Tools und praktischen Helfern, die den Arbeitsalltag erleichtern, Arbeitsspitzen reduzieren und so auch die Lebensqualität verbessern. Die Milchproduktion ist für mich die Königsdisziplin der Landwirtschaft – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.“
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