Einzug zum NÖ Bauerntag 2026

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Bauerntag in Wieselburg: „Gleiches Recht für alle“ soll auch bei Importen gelten

Der Bauerntag des Niederösterreichischen Bauernbundes ging am Samstag auf der Messe „Land Forst Jagd“ in Wieselburg über die Bühne. LH-Stv. und Bauernbund-Obmann Pernkopf schlug am Podium Pflöcke für die inhaltlichen Schwerpunkte der Organisation ein.

Mit mehr als 1.000 Teilnehmern war der Bauerntag am Messegelände in Wieselburg, trotz frühsommerlicher Hitze, bestens besucht. Pernkopf bezeichnete die Veranstaltung als „ein Treffen der Tüchtigen und Fleißigen“. Heiß ging es auch auf dem Podium der Bauernbund-Kundgebung her. Nach dem feierlichen Einzug samt Fahnen aus den Bezirken und Marschmusik betonte Bauernbundobmann Stephan Pernkopf, dass das 120-jährige Bestehen des NÖ Bauernbundes als klarer Auftrag zu verstehen sei, weiterhin Führungsstärke zu zeigen.

Angesichts zahlreicher Krisen und Unsicherheiten zeichnete Pernkopf ein herausforderndes Bild der Gegenwart. „Normalität gibt es nicht mehr“, sagte er mit Blick auf die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Umso wichtiger sei es, den ländlichen Raum und die bäuerlichen Familienbetriebe zu stärken.

Versorgungssicherheit und Investitionen

Besonderen Dank richtete er an die Landwirtinnen und Landwirte. Sie würden mit ihrer täglichen Arbeit wesentlich zur Versorgungssicherheit beitragen und verdienten dafür mehr Unterstützung. Gerade jene Betriebe, die in ihre Zukunft investieren, würden Verantwortung übernehmen und Optimismus zeigen. „Wer investiert, glaubt an die Zukunft“, betonte Pernkopf.

Gleiche Standards auch für Importe

In Richtung Lebensmittelimporte nach Österreich und unterschiedliche Produktionsstandards wurde der LH-Stellvertreter ebenso deutlich: „Wir brauchen eine Kurskorrektur hin zu mehr Eigenverantwortung und Vertrauen statt immer mehr Regeln und Kontrollen. Gleiches Recht für alle heißt auch gleiche Produktionsstandards für alle.“ Die für den Bauernbündler „logische“ Konsequenz: „Importstopp für alle Produkte, die das nicht erfüllen.“

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Reigen an Ehrengästen: : NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Innenminister Gerhard Karner, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Finanzlandesrat Anton Kasser, EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber, Bundeskanzler Christian Stocker, Staatssekretär Alexander Pröll, VPNÖ-Klubobmann Kurt Hackl, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, LT-Präsident a.D. Hans Penz, Bauernbunddirektor Paul Nemecek, Wirtschaftsbund-Obmann Wolfgang Ecker, Österreichischer Bauernbund-Präsident Georg Strasser (v.l.)

Normalität gibt es nicht mehr.

Stephan Pernkopf

LH-Stv. und Bauernbundobmann

Generell sprach sich Pernkopf für weniger Bürokratie und staatliche Eingriffe aus. „Wir stehen für weniger Vollkaskostaat“, sagte er. Gleichzeitig forderte er auf europäischer Ebene mehr Praxisnähe bei politischen Entscheidungen: „Europa braucht wieder mehr bäuerlichen Hausverstand.“

Auch Bundeskanzler Christian Stocker, der gemeinsam mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Riege der Ehrengäste aus Bundes- und Landespolitik anführte, pflichtete dem bei: „Eines kann nicht sein: Dass wir die Produktion in Österreich mit immer höheren Standards erschweren und gleichzeitig Produkte, die nicht nach unseren hohen Standards produziert wurden, zu niedrigeren Preisen mit unseren konkurrieren.“ Gerade als ÖVP brauche es demnach „ein klares Bekenntnis zu Freihandel, aber gleichzeitig auch eine klare Transparenz, damit die Menschen selbst entscheiden können, dass sie unsere hochqualitativen Produkte kaufen“.

Eigentum ist nicht gleich Reichtum

Kante zeigte der Kanzler auch in puncto Erbschafts- und Vermögenssteuern. „Leistung darf nicht bestraft werden, deshalb gibt es mit uns keine Vermögenssteuern“, so Stocker.

In dieselbe Richtung argumentierte auch Pernkopf. Gerade in der Landwirtschaft dürfe Eigentum nicht automatisch mit Wohlstand gleichgesetzt werden. „Eigentum verpflichtet, Eigentum bedeutet nicht Reichtum“, sagte er mit Blick auf die oft über Generationen gewachsenen Familienbetriebe.

Es braucht klare Transparenz, damit die Menschen selbst entscheiden können, dass sie unsere hochqualitativen Produkte kaufen.

Christian Stocker

Bundeskanzler

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigte sich mit den anwesenden Bäuerinnen und Bauern solidarisch. Diese verdienen ihren Ausführungen zufolge „nicht nur Anerkennung und Respekt, sondern auch faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine starke politische Stimme“. Nachsatz: „Und diese starke Stimme ist seit mittlerweile 120 Jahren der Niederösterreichische Bauernbund.“

Appell an die Volkspartei

Stephan Pernkopf sprach sich indes vor der Menge für eine Trendumkehr in Österreich aus. „Um das Leben wieder leichter zu machen und das Land wieder an die Spitze zu bringen“, wie er sagte. Auch in Richtung der eigenen Bundespartei formulierte der Gastgeber eine klare Erwartungshaltung: „Ziel der Volkspartei muss es sein, Wahlen höchstmöglich zu gewinnen, nicht so wenig wie möglich zu verlieren.“

Zugleich gab sich der Bauernbundobmann mit Blick auf die politische Lage nachdenklich. „Mehrheiten gegen uns sind schneller gefunden, als wir denken“, warnte Pernkopf. Umso wichtiger sei es, klare Positionen zu vertreten und den Rückhalt jener Menschen zu sichern, die Verantwortung übernehmen, Leistung erbringen und Eigentum schaffen.

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Obmann Pernkopf forderte eine Trendumkehr.

Den Reden der politischen Vertreter folgte ein Frühschoppen in feierlichem Rahmen. Für Kinder wurde ein Stationenbetrieb unter dem Motto „Landwirtschaft begreifen“, eine Hüpfburg sowie Kinderschminken angeboten.

Eine vom Unabhängigen Bauernverband organisierte und von den Freiheitlichen offenbar unterstützte Protestaktion vor dem Messegelände beschränkte sich zeitgleich übrigens auf wenige Teilnehmer. Wenig verwunderlich, zählt der 1906 gegründete NÖ Bauernbund heute bekanntlich rund 100.000 Mitglieder und ist damit eigenen Angaben zufolge eine der größten politischen Organisationen des Landes.

Mehr zur umstrittenen Frage der Lebensmittel-ImporteEin Efsa-Bericht wirft Fragen auf.
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