Mit mehr als 1.000 Teilnehmern war der Bauerntag am Messegelände in Wieselburg – trotz frühsommerlicher Hitze – bestens besucht. Heiß ging es auch auf dem Podium der Bauernbund-Kundgebung her. Nach dem feierlichen Einzug samt Fahnen aus den Bezirken und Marschmusik, betonte Bauernbundobmann Stephan Pernkopf, dass das 120-jährige Bestehen des NÖ Bauernbunds als klarer Auftrag Führungsstärke zu zeigen zu verstehen sei.
In Richtung Lebensmittelimporte nach Österreich und fremde Produktionsstandards wurde der LH-Stellvertreter ebenso deutlich: „Wir brauchen eine Kurskorrektur hin zu mehr Eigenverantwortung und Vertrauen statt immer mehr Regeln und Kontrollen. Gleiches Recht für alle heißt auch gleiche Produktionsstandards für alle.“ Die für den Bauernbündler „logische“ Konsequenz: „Importstopp für alle Produkte, die das nicht erfüllen.“
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Reigen an Ehrengästen: : NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Innenminister Gerhard Karner, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Finanzlandesrat Anton Kasser, EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber, Bundeskanzler Christian Stocker, Staatssekretär Alexander Pröll, VPNÖ-Klubobmann Kurt Hackl, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, LT-Präsident a.D. Hans Penz, Bauernbunddirektor Paul Nemecek, Wirtschaftsbund-Obmann Wolfgang Ecker, Österreichischer Bauernbund-Präsident Georg Strasser (v.l.)
Gleiches Recht für alle heißt auch gleiche Produktionsstandards für alle.
Stephan Pernkopf
LH-Stv. und Bauernbundobmann
Auch Bundeskanzler Christian Stocker, der mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Riege an Ehrengästen aus Bundes- und Landespolitik anführte, pflichtete dem bei: „Eines kann nicht sein: Dass wir die Produktion in Österreich mit immer höheren Standards erschweren und gleichzeitig Produkte, die nicht nach unseren hohen Standards produziert wurden, zu niedrigeren Preisen mit unseren konkurrieren.“ Gerade als ÖVP brauche es demnach „ein klares Bekenntnis zu Freihandel, aber gleichzeitig auch eine klare Transparenz, damit die Menschen selbst entscheiden können, dass sie unsere hochqualitativen Produkte kaufen“. Kante zeigte der Kanzler auch in punkto Erbschafts- und Vermögenssteuern. „Leistung darf nicht bestraft werden, deshalb gibt es mit uns keine Vermögenssteuern“, so Stocker.
Es braucht klare Transparenz, damit die Menschen selbst entscheiden können, dass sie unsere hochqualitativen Produkte kaufen.
Christian Stocker
Bundeskanzler
Auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner zeigte sich mit den anwesenden Bäuerinnen und Bauern solidarisch. Diese verdienen ihren Ausführungen zufolge „nicht nur Anerkennung und Respekt, sondern auch faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine starke politische Stimme“. Nachsatz: „Und diese starke Stimme ist seit mittlerweile 120 Jahren der Niederösterreichische Bauernbund.“
Appell an die (Bundes-) ÖVP
Stephan Pernkopf sprach sich indes vor der Menge für eine Trendumkehr in Österreich aus. „Um das Leben wieder leichter zu machen und das Land wieder an die Spitze zu bringen“, wie er sagte. Auch in Richtung der eigenen Bundespartei formulierte der Gastgeber eine klare Erwartungshaltung: „Ziel der Volkspartei muss es sein, Wahlen höchstmöglich zu gewinnen, nicht so wenig wie möglich zu verlieren.“
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Obmann Pernkopf forderte eine Trendumkehr.
Den Reden der politischen Vertreter folgte ein Frühschoppen in feierlichem Rahmen. Für Kinder wurde ein Stationenbetrieb unter dem Motto „Landwirtschaft begreifen“, eine Hüpfburg sowie Kinderschminken angeboten. Eine vom Unabhängigen Bauernverband organisierte und von den Freiheitlichen offenbar unterstützte Protestaktion vor dem Messegelände beschränkte sich zeitgleich übrigens auf wenige Teilnehmer. Wenig verwunderlich, zählt der 1906 gegründete NÖ Bauernbund heute bekanntlich rund 100.000 Mitglieder, und ist damit eigenen Angaben zufolge eine der größten politischen Organisationen des Landes.
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